Fit für unbekannte Welten

Weltraumwettbewerb mit Stummel, dem Roboter der Uni Kassel

Kassel. Wer noch glaubt, Fußball sei nicht mehr als die schönste Nebensache der Welt, den belehrt Stummel eines Besseren. Stummel, so heißt der Roboter der Uni Kassel, der sich als einziger hessischer Vertreter für den im November stattfindenden Weltraumwettbewerb des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt qualifiziert hat. Seine Qualitäten als Entdecker ferner Planeten hat der kleine Roboter dem Fußball zu verdanken.

Die Doktoranden und Studenten des Informatikteams „Carpe Noctem“ vom Fachgebiet Verteilte Systeme sind Stummels Väter. Seit vielen Jahren konstruieren und programmieren die angehenden Wissenschaftler Roboter, mit denen sie an internationalen Meisterschaften im Roboter-Fußball teilnehmen. Dabei treten die Maschinen aus Kassel den Entwicklungen anderer Universitäten auf einem Fußballfeld gegenüber. Zuletzt belegten die Kasseler stets vordere Plätze.

Die Erkenntnisse und Erfahrungen aus der Roboter-Fußballmannschaft seien nun in das neue Projekt geflossen, erläutert Teamsprecher Daniel Saur, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachgebiet. Auch der Name „Stummel“ entstammt dem „Carpe Noctem“-Team, dessen Spieler alle nach Fledermausarten (hier: Stummeldaumen) benannt sind.

Ohne manuelle Steuerung

Trainiert für fremde Welten: Roboter Stummel mit Projektleiter Prof. Kurt Geihs (links) und Teamsprecher Daniel Saur.

Mit dem roten Roboter betritt die Uni dennoch im wahrsten Sinne des Wortes Neuland. Er soll sich autonom, ohne manuelle Steuerung, in einem ihm unbekannten Terrain orientieren können. Also Herausforderungen, wie er sie auf einem fremden Planeten zu bewältigen hätte. Dazu ist Stummel mit Kameras, einem Laserscanner und weiteren Sensoren ausgestattet.

Geleitet wird das Forschungsprojekt von Prof. Kurt Geihs, Leiter des Fachgebiets Verteilte Systeme. Um die Entwicklung bis zum Wettbewerb im November vorantreiben zu können, hat die Uni 50 000 Euro vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt bekommen. Beim sogenannten „Space-Bot-Cup“ in Bonn werden dann zehn Uni-Teams gegeneinander antreten.

Schwere Aufgabe

Die Aufgabe, die Stummel in einer großen Halle zu erledigen haben wird, ist nicht einfach, weiß Teamsprecher Saur. Auf einer Fläche von etwa 900 Quadratmetern wird er sich auf einer nachempfundenen Planetenoberfläche mit jeder Menge Geröll, Gräben und Hügeln bewegen müssen. Seine Aufgabe: drei Objekte finden, mit dem Greifarm aufnehmen und in einer vorgegebenen Weise zusammenfügen.

Beim letzten Space-Bot-Cup, als die Uni Kassel noch nicht mit von der Partie war, sei das keinem der Teams gelungen, sagt Saur.

Für dieses Jahr ist Prof. Geihs optimistisch: „Wir glauben, dass wir besser sind als alle, die letztes Mal teilgenommen haben.“ Vom Fußball lernen heißt also, für den Weltraum lernen.

Rubriklistenbild: © Foto: Uni Kassel

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