Simon Kimm über einen schlammigen Start, das erste Tor und die Vizemeisterschaft

„Und dann ging das Drama los“: Vor 40 Jahren ließ Simon Kimm die Eissporthalle errichten

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Vor vier Jahrzehnten begann der Betrieb: Eigentürmer Simon Kimm vor der Eissporthalle. Am Sonntag tragen hier die Huskies ihr nächstes Heimspiel gegen Bad Nauheim (17 Uhr) aus. 

Vor 40 Jahren wollte Simon Kimm Schlittschuhlaufen in der Region ermöglichen. Heute ist er 84 Jahre alt - und blickt mit uns zurück auf einen schlammigen Start und großartige Momente der Kasseler Eissporthalle.

Seit 40 Jahren gibt es die Kasseler Eissporthalle. Seitdem hat es hier ungezählte Eishockeyspiele, Konzerte und andere Veranstaltungen gegeben. Wir haben mit Simon Kimm (84), dem Bauherr und Halleneigner gesprochen.

Herr Kimm, wie ist damals eigentlich die Idee entstanden? 

Kimm: Meine Frau Edith und ich waren 1975 im Winterurlaub in Bad Gastein. Dort konnte man auf einer Freifläche Schlittschuh laufen. Das hat uns viel Spaß gemacht. Deshalb wollten wir so etwas auch in Kassel möglich machen.

Panikrocker: Einer der ersten großen Stars in der Halle war Udo Lindenberg 1979.  

Gesagt, getan?

Kimm: Ganz so einfach war es nicht. Es gab einige Gespräche mit der Stadt, Anfangs hielt sich die Begeisterung in Grenzen. Fast hätten wir unsere Idee in Bergshausen verwirklicht. Das Grundstück neben dem Auestadion war außerdem ziemlich problematisch.

Aus heutiger Sicht ist das doch ein idealer Standort. Gut erreichbar mit Parkplatz und Haltestelle vor der Tür.

Kimm: Das stimmt. Aber damals bin ich beim Ortstermin mit einem älteren Mann ins Gespräch gekommen. Der hat mir erzählt, dass auf dem Gelände vor dem Krieg ein Teich war. Unter dem Trümmerschutt sei der Boden feucht und schlammig.

Aus der Luft: Die Eissporthalle neben dem Auestadion. 

Hat sich das bestätigt?

Kimm: Wir haben mit einem Bagger mehrere Löcher ausgehoben. Es war genauso wie der Mann gesagt hat. Ich bin ihm heute noch für den Tipp dankbar. Es hat sich dann herausgestellt, dass man da trotzdem bauen kann. Man musste das aber bei den Fundamenten berücksichtigen. 

Wie sind sie eigentlich zum Eishockey gekommen? 

Kimm: In den ersten anderthalb Jahren der Eissporthalle war das noch kein Thema. Dann kamen die Jungs um Jochen Luck, die damals im Winter noch in der Goetheanlage spielten. Die haben gefragt, ich habe ja gesagt - und dann ging das Drama los.

Autogramme vom Weltstar: Im Jahr 2004 bestritt Tennislegende Boris Becker einen Schaukampf gegen Henri Leconte in der Eissporthalle.

Bis heute sind Sie den Huskies treu geblieben. An welche Höhepunkte erinnern Sie sich?

Kimm: Das war natürlich die Vizemeisterschaft 1997. Im Anschluss an diese Saison haben wir dann die Halle erweitert. Anfangs passten da 3800 Menschen rein, heute sind es 6200, bei unbestuhlten Konzerten sogar noch gut 2000 mehr.

Wer hat eigentlich das erste Tor in der Eissporthalle geschossen?

Kimm: Das waren der damalige Oberbürgermeister Hans Eichel und ich bei der Eröffnung.

Rekordspieler: Tobias Abstreiter bestritt die meisten Spiele für die Huskies. Hier ist er 2005 bei der Raupe zu sehen.

Sie sind jetzt 84 Jahre alt und wirken ausgesprochen fit. Haben Sie trotzdem mal darüber nachgedacht, wie es mit der Eissporthalle und den Huskies weiter gehen soll? 

Ich beschäftige mich schon eine Weile mit dem Thema. Da wird es eine gute Lösung geben. Allerdings nicht heute und nicht morgen.

Wird der Hallengeburtstag eigentlich gefeiert?

Kimm:. Das machen wir zum Saisonabschluss.

Volles Haus. Diese Aufnahme entstand kurz vor dem Start des Konzerts von Herbert Grönemeyer im Jahr 2011.

Zur Person: Simon Kimm

Zusammen mit seiner Frau Edith (82) hat Simon Kimm (84) bis vor wenigen Jahren die Geschicke der Firmengruppe Kimm geleitet. Die aus Waldau stammenden Eheleute begannen mit dem Handel von Heizöl und Kohlen. 1960 wurde der Grundstein für das Geschäft mit Beton sowie allen Verarbeitungsformen von Sand und Kies gelegt. Ein weiteres Geschäftsfeld war die Mülldeponie. Die Firma führt heute der von den kinderlosen Kimms adoptierte Neffe Stefan Kimm-Friedenberg. Simon Kimm ist Eigner der Kassel Huskies und der Halle. Für das Grundstück gibt es einen Erbpachtvertrag mit der Stadt.


Die Eissporthalle

Seit 1977 existiert die Eissporthalle in Kassel. Die von Edith und Simon Kimm konzipierte Spielstätte machte es von Beginn an mehr als 3.000 Zuschauern möglich, die Spiele der damaligen ESG Kassel zu verfolgen. In den 1990er-Jahren wurde die Zuschauerkapazität der Halle auf 6.100 Plätze erweitert. Davon sind 2.720 Sitzplätze, von denen wiederum 250 Logenplätze. Die Halle bot den heutigen Kassel Huskies schon zum Start der Deutschen Eishockey Liga einen beachtlichen Zuschauerschnitt.

Die Eissporthalle dient auch als Veranstaltungsort, zum Beispiel für Konzerte. In der Wintersaison kann man dort Schlittschuh laufen.

Quelle: Regiowiki

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