Der Küchentisch zur Welt

Made in Kassel: Underwaygs - Internetportal für Rucksacktouristen

Büro in der Küche: Von seiner Wohnung in der Südstadt aus steuert Gründer Samuel Schmidt die Entwicklung von Underwaygs. Bisher gibt es kein vergleichbares Angebot im Internet. Foto: Michaelis

Kassel. Was die Garage in den 1970er-Jahren für die Gründer der Computerriesen Apple und Microsoft war, ist für Samuel Schmidt der Küchentisch in seiner Wohnung an der Rubensstraße in der Südstadt.

Hier arbeitet er an Underwaygs. So heißt das von ihm gegründete soziale Netzwerk, das sich speziell an Rucksacktouristen richtet.

Obwohl das Portal erst seit etwa eineinhalb Jahren online ist, hat Underwaygs schon über 25 000 Touren weltweit von mehr als 2000 registrierten Nutzern, und es werden immer mehr. „Unser Wachstum verdoppelt sich regelmäßig“, sagt der 29-Jährige.

Auf die Idee zu www.underwaygs.de – das Wort ist eine Mischung aus dem englischen „way“ und dem deutschen „unterwegs“ – kam Schmidt, weil er selbst gern durch die Welt reist. Häufig habe er sich bei der Planung nicht nur auf Reiseführer verlassen, sondern auf Empfehlungen von Freunden gesetzt.

„Und irgendwann habe ich angefangen, technische Lösungen für Reisen von mir und meinen Freunden zu bauen“, sagt Schmidt, dessen Berufsleben mit einer Ausbildung als Fachinformatiker bei der Stadt Kassel begonnen hat. Heute arbeitet er als Projektleiter in der IT-Abteilung des Solartechnikherstellers SMA. Underwaygs bietet Werkzeuge zur Planung von Reisen wie Einkaufs- und Packlisten sowie zur Dokumentation mit Fotos und Berichten, die zugleich Empfehlungen für andere enthalten. „Wir haben Informationen, die schwer in Reiseführern unterzubringen sind“, sagt Samuel Schmidt.

Was als Hobby anfing, hat sich so entwickelt, dass Samuel Schmidt als Verstärkung seinen Bruder Simon (26) sowie seine Freunde Mathias Krug (30) und Verena Drews (28) mit ins Boot holte und eine sogenannte Ein-Euro-GmbH (UG) gründete. „Wir machen das alle semiprofessionell“, sagt Samuel Schmidt.

Noch sei Underwaygs für alle Nebenerwerb. Aber wenn die Seite weiter so wächst, funktioniere das nicht mehr. Dann müsse man auch auch darüber nachdenken, Personal einzustellen. Die Programmierung verursache den größten Aufwand. „Das Erste, was wir uns leisten, ist ein Entwickler“, sagt Schmidt.

Wann es so weit kommt, ist noch unklar. Denn Gewinne spielt Underwaygs noch nicht ein. Investiert haben die Gründer bisher „einen kleinen vierstelligen Betrag“, sagt Schmidt. Damit eingerechnet sind nicht die Kosten für die unzähligen Arbeitsstunden.

Kostenpflichtig soll Underwaygs dennoch nicht für die registrierten Mitglieder werden. Stattdessen schwebt Schmidt und seinen Mitstreitern vor, künftig Werbung auf der Seite einzubinden. Aktuell laufen Verhandlungen mit fünf möglichen Partnern. Allerdings solle das Ganze sehr dosiert eingebaut werden. „Wenn schon Werbung, dann soll sie unseren Nutzern auch helfen“, sagt Schmidt. Den Partnern mache man auch klar, dass „wir nicht auf Masse setzen wie ein Discounter, wir sind eher der Feinkostladen“.

In der nächsten Folge unserer Serie geht es um das Kasseler Büro für Eventmarketing, das Veranstaltungen für Unternehmen organisiert.

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