31-Jähriger war psychisch auffällig

Unfalltoter ist identifiziert: A49-Opfer war Pole

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Mit Fotos von den Kleidungsstücken des Unfallopfers versuchte die Polizei, den Unbekannten zu identifizieren.

Kassel. Bei dem Mann, der in der Nacht zum 29. Juni auf der A49 bei Niederzwehren totgefahren worden ist, handelte es sich um einen 31-Jährigen aus Polen. Nach umfangreichen Ermittlungen ist es der Kasseler Kripo gelungen, die Identität des Mannes zu klären.

Das berichtet Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch. Weil der Mann keinerlei Papiere bei sich hatte, tappten die Ermittler tagelang im Dunkeln, um wen es sich bei dem Toten handelte.

Pöbeleien im Fernbus

Der 31-Jährige war am Freitagabend aus Bielefeld nach Kassel gekommen, wie die Ermittlungen ergaben. In Bielefeld hatte er bei einem Trockenbau-Unternehmen eines Landmanns gearbeitet, war aber wegen psychischer Auffälligkeiten gefeuert worden. Eigentlich wollte der Mann am Abend des Freitag, 28. Juni, von Bielefeld aus mit einem Fernreisebus nach Polen fahren.

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Beim Halt in Kassel am Bahnhof Wilhelmshöhe wurde der 31-Jährige aber aus dem Bus verwiesen, weil er andere Mitreisende angepöbelt und Streit mit dem Fahrpersonal angezettelt hatte.

Ein Streife der Bundespolizei kontrollierte den Störenfried und überprüfte seine Personalien. Weil aber nichts gegen den 31-Jährigen vorlag, wurde er gegen 22.10 Uhr wieder entlassen.

Gegen 1.10 Uhr war der Mann dann noch von einer jungen Frau an einer Tankstelle an der Frankfurter Straße gesehen worden. Sie hatte sich nach dem Zeugenaufruf in der HNA bei der Polizei gemeldet. Wie sie aussagte, habe der Mann auf dem Tankstellengelände gestanden und in den Verkaufsraum geschaut, ging aber kurz darauf weiter.

Kein Fremdverschulden

Eineinhalb Stunden später wurde er unweit der Anschlussstelle Niederzwehren tot auf der Autobahn 49 gefunden. Der Unfallort liegt nur wenige hundert Meter von der Tankstelle entfernt.

Wie berichtet, hatte sich gegen 2.40 Uhr eine Autofahrerin von der A49 gemeldet, weil ihr beinahe ein Mann vor den Wagen gesprungen war. Sie konnte noch ausweichen. Kurz darauf wurde der Mann überfahren, die herbeigeeilten Einsatzkräfte konnten nur noch den Tod feststellen.

Die Obduktion des Leichnams habe keine Anhaltspunkte für Fremdverschulden ergaben, berichtet Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch. „Da keine entsprechenden Anstoßmarken an seinem Körper gefunden wurden, muss der 31-Jährige sehr flach oder bereits liegend von einem größeren Fahrzeug überfahren worden sein.“ Weil sich der Fahrer des Wagens - vermutlich ein Transporter der Sprinterklasse aufwärts - nicht angehalten hatte, um nach dem Rechten zu sehen, ermittelt die Polizei weiterhin wegen Unfallflucht.

Schwarzer Trolley gesucht

Die Ermittler der Kasseler Kripo suchen außerdem nach einem Trolley aus schwarzem Stoff, den der 31-Jährige offenbar noch in dem Fernbus und a der Tankstelle dabei hatte. Der Trolley mit ausziehbarem Griff soll etwa 60 mal 40 Zentimeter groß sein. (rud)

Hinweise: Polizeipräsidium Nordhessen, Tel. 0561/91 00.

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