Gute Wasserqualität im Bugasee - bisher ist der Kampf gegen giftige Blaualgen erfolgreich

Bugasee: Ungetrübte Badefreuden

Sommerfreuden am Bugastrand: Der Sand in den Badebuchten soll dazu beitragen, dass am Ufer kein Schlamm aufgewirbelt wird und Nährstoffe freisetzt. Außerdem kann man gut darauf spielen. Paul und Franziska genießen das. Foto:  Koch

Kassel. Am Dienstag soll es bei Temperaturen um 25 Grad richtig schönes Badewetter geben. Ideale Bedingungen für einen Sprung in den Bugasee. Doch wie ist es um die Wasserqualität bestellt?

In den vergangenen Jahren wurde der See mehrfach vom Gesundheitsamt gesperrt, weil sich Blaualgen sprunghaft vermehrt hatten. „Bisher kann man im Bugasee bedenkenlos baden“, sagt Jörg Gerhold vom Umwelt- und Gartenamt.

Die Kontrollen seien in diesem Sommer noch intensiver als sonst gewesen. Auf dem Höhepunkt der Ehec-Welle mit gefährlichen Darminfektionen seien alle zwei Wochen Wasserproben genommen worden. Mittlerweile wird noch einmal im Monat kontrolliert. Bislang gibt es keine Beanstandungen, die Wasserqualität des Bugasees erreicht die zweitbeste Stufe der Europäischen Umweltagentur.

Ohne Algenblüte wird sich daran so schnell nichts ändern. Problematisch ist der hohe Nährstoffgehalt in stehenden Gewässern. Der Bugasee ist da kein Einzelfall. Vom Seepark Kirchhain bis zum Diemelsee trüben Blaualgen immer wieder die Badefreuden. Am Bugasee soll ein Bündel von kleineren Maßnahmen dazu beitragen, dass die Wasserqualität gut bleibt. So wurden mehrere Badebuchten mit frischem Sand aufgeschüttet. „Damit wollen wir verhindern, dass der Schlamm aufgewühlt wird und gebundenes Phosphat freisetzt“, sagt Jörg Gerhold. Wer hier ins Wasser geht, läuft die ersten Meter noch auf dem Sand. Positiver Nebeneffekt: Das ist auch angenehmer für die Füße.

Frischluftschneisen

Für mehr Sauerstoff im Bugasee sollen zudem Frischluftschneisen sorgen. Dafür wurden Bäume am Ufer gefällt und Büsche gestutzt. Hier kann der Wind ungehindert über das Wasser wehen und es aufwühlen. „Es gibt keinen Königsweg, wir hoffen, dass das Bündel an Maßnahmen greift“, sagt Buga-Fachmann Gerhold. Die Stadt setzt mehrere Vorschläge aus einem Gutachten um, das nach dem Blaualgen-Alarm im Jahr 2009 in Auftrag gegeben wurde. Darin wurde auch eine Biofilteranlage erwogen. Die hätte mindestens eine Million Euro gekostet. Ob Blaualgen damit auf Dauer verhindert werden, konnten die Gutachter aber auch nicht garantieren. Deshalb bleibt es bei Mosaiksteinen und der Hoffnung auf Erfolg.

Einen defekter Flutgraben zwischen der Fulda und dem See ist repariert, und die Unterwasserpflanzen werden nicht mehr abgemäht. Auch das soll dazu beitragen, dem Bugasee Nährstoffe zu entziehen. Eine Garantie, dass die Saison ohne Blaualgen fortgesetzt werden kann, gibt es nicht. Doch bislang scheinen die Vorsorgemaßnahmen zu funktionieren. Das Gelände, das zur Bundesgartenschau 1981 entstand, präsentierte sich gestern nach dem Ansturm vom Wochenende bestens gepflegt. Dafür sorgen die Stadtreiniger, die am Montagmorgen den Müll beseitigen.

Von Thomas Siemon

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