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Hartmut von Hentig: Uni Kassel bleibt bei Aberkennung der Ehrendoktorwürde

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Von: Katja Rudolph

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Hartmut von Hentig
Hartmut von Hentig wurde 2004 Ehrendoktor der Uni Kassel © Foto: Angelika Dahm-Ritzi/nh

Kassel – Die Universität Kassel hält an ihrer Entscheidung fest, Hartmut von Hentig die Ehrendoktorwürde zu entziehen. Ein Widerspruch gegen die Aberkennung wurde abgelehnt. Nun könnte der Streit vor Gericht weitergehen.

Die Hochschule hatte dem Erziehungswissenschaftler seinen akademischen Ehrentitel im vergangenen Sommer aberkannt. Der Reformpädagoge war 2004 vom damaligen Fachbereich Erziehungswissenschaften/Humanwissenschaften zum Ehrendoktor ernannt worden.

Gegen die Aberkennung hatte der heute 96-Jährige aus Berlin Widerspruch eingelegt.

Ein Sprecher der Uni Kassel teilte auf HNA-Anfrage mit, dass der Widerspruchsbescheid kürzlich an von Hentigs Anwalt versandt worden sei. „Im Ergebnis wird der Widerspruch zurückgewiesen.“ Ab der Zustellung laufe eine Frist von einem Monat, in der von Hentig Klage beim Verwaltungsgericht Kassel gegen den Entziehungsbescheid erheben kann.

Hintergrund der Aberkennung sind Äußerungen des Reformpädagogen zu den Missbrauchsfällen an der Odenwaldschule, die die Hochschule als „erhebliches wissenschaftliches Fehlverhalten“ wertet. Von Hentig war enger Freund und Medienberichten zufolge auch Lebenspartner des damaligen Internatsleiters Gerold Becker – einem Hauptbeschuldigten der 2010 bekannt gewordenen massenhaften Missbrauchsfälle. In Wissenschaftskreisen hatte es am Entzug der Ehrendoktorwürde massive Kritik gegeben. (Katja Rudolph)

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