Autobauer engagiert sich für Herkules Racing Team und hält Ausschau nach talentierten Ingenieuren

Uni-Flitzer: 400 Teile von VW

Im Einsatz: Bei einer Veranstaltung von VW auf dem Flugplatz Kassel-Calden in diesem Sommer präsentierte das Uni-Team den selbst entworfenen und gebauten weißen Formelrennwagen. Archivfoto: Kühling

Baunatal. Es ist wie in der Formel 1: Ausgefeilte Technik, gutes Marketing und viele Arbeitsstunden stecken hinter dem Erfolg. Nur wenn diese Dinge passen, ist ein Rennwagen schnell und zuverlässig.

Und der Fahrer kann kräftig Gas geben. 45 Studierende der Universität Kassel arbeiten zusammen, um für die „Formula Student Germany“ genau diese Bausteine zusammenzuführen.

Im zweiten Jahr bringt das Herkules Racing Team der Uni Kassel einen komplett selbst entworfenen Formelrennwagen auf die Piste. Dabei werden die jungen Entwickler maßgeblich von VW in Baunatal unterstützt.

400 Teile für den weißen Flitzer kommen von Volkswagen. Querlenker, Radträger, Radnaben und Differenziale werden beispielsweise im Vorserien- und Technologiecenter (VTC) gefertigt. Besonderer Schwerpunkt liege auf dem Leichtbau, erläutern die Maschinenbaustudenten Laura Leineweber, Thomas Hesse, Marcel Finn und Johanne Georgy. Gegenüber den 325 Kilo, die das diesjährige Fahrzeug wog, wollen die Entwickler noch einmal satte 100 Kilogramm abspecken. „Es geht gerade darum, jedes Teil leichter zu machen“, sagt Marcel Finn.

Das Interesse des Autobauers an dem Uni-Projekt ist groß. Würde man die Einzelanfertigungen regulär bei VW in Auftrag geben, kosteten diese 70 000 Euro, erläutert VTC-Chefin Astrid Hedeler. Hier wird der Zuhörer hellhörig. Das Sponsoring für die Uni ist nämlich keine Einbahnstraße. VW will von den Kontakten zu den engagierten Nachwuchskräften profitieren. Das betont Thomas Goßmann, Chef des Getriebebaus in Baunatal. Das, was die Studenten erledigten, sei genau die Arbeit, „die später in der Prototypenfertigung gebraucht wird“. Sprich: VW hält ganz konkret Ausschau nach talentierten Ingenieuren. Goßmann: „Uns geht es im Wesentlichen darum, die Studenten zu fördern.“

Goßmann und Hedeler gehen sogar noch einen Schritt weiter. Solange es das Rennteam gebe, sagen sie, werde VW dieses unterstützen.

Damit der 78 PS starke und 180 km/h schnelle Rennwagen fit für die beiden Starts 2012 in Hockenheim und Silverstone wird, haben sich die Studierenden in Gruppen aufgeteilt. „Wir kümmern uns gerade um die Crashbox“, sagt Laura Leineweber. Gemeinsam mit Johanne Georgy hat sie einen Kasten aus Aluminiumwaben entwickelt, der den Fahrer bei einem Frontalaufprall des Rennautos schützen soll.

Bei den Wettbewerben der Studenten-Serie geht es im Gegensatz zur Formel 1 nicht nur um Geschwindigkeit. Das Gesamtpaket wird präsentiert. Beispielsweise fließen in die Wertung auch Marketingstrategien, Finanzplanung und Design ein. HINTERGRUND

Von Sven Kühling

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