Neues Leben für Industriebauten

Uni Kassel plant studentisches Zentrum für drei bis fünf Millionen Euro

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Alt neben Neu: In den ehemaligen Gottschalk-Häusern, den sogenannten Kopfbauten (Bildmitte), soll auf dem erweiterten Campusgelände entlang der Gottschalkstraße ein studentisches Zentrum eingerichtet werden. Direkt daneben entsteht derzeit das Innovations-und Gründungszentrum Science Park (rechts im Bild).

Kassel. Wo früher die Tuchfabrik Gottschalk ihre Stoffe gefärbt und getrocknet hat, soll bald studentisches Leben pulsieren: Die Uni Kassel will die seit Jahrzehnten leerstehenden Klinkerbauten auf dem ehemaligen Gottschalkgelände – die sogenannten Kopfbauten – künftig als studentisches Zentrum nutzen.

Auf Anfrage der HNA bestätigte Uni-Präsident Prof. Rolf-Dieter Postlep entsprechende Planungen. Ziel sei, 2016 mit Sanierung und Umbau zu beginnen.

In die beiden über 100 Jahre alten und unter Denkmalschutz stehenden Gebäude, die später mit einem Mitteltrakt verbunden wurden, sollen der Asta (Allgemeiner Studierendenausschuss) mit seinen Büros und Beratungsstellen einziehen. Zudem soll das studentische Kulturzentrum, das sich derzeit im K19 befindet, in das neuen Studentenhaus im historischen Gemäuer umziehen. Denkbar sei auch, die studentische Fahrradwerkstatt, ein weiteres vom Asta betriebenes Café und die Räume des Studententheaters dort anzusiedeln, sagte Postlep im HNA-Gespräch. Mit 1200 Quadratmetern Nutzfläche stehe in dem Gottschalk-Komplex deutlich mehr Platz für die studentischen Einrichtungen zur Verfügung als bisher (rund 700 Quadratmeter).

Derzeit arbeite man an einem Finanzierungskonzept, sagte Postlep. Dabei setze man auch auf Sponsoren. Die Kosten für den Umbau sollen nach vorläufiger Planung zwischen drei und fünf Millionen Euro liegen.

Ein früheres Gutachten war laut Postlep von Sanierungskosten in Höhe von sechs bis sieben Mio. Euro ausgegangen. Um diese Summe deutlich zu unterschreiten, wolle man bei der Planung die Kompetenz eigener Fachleute an der Uni nutzen. Auch die Kasseler Studierenden sollten über Projektarbeiten beteiligt werden. So steige nicht nur die Identifikation mit dem Gebäude, sondern man biete zugleich ein spannenden Praxisfeld im Studium. Postlep: „In so einem Projekt stecken ja Themen von Architektur über Design bis zu Maschinenbau und Energietechnik.“

2016/17 soll das Vorhaben - wenn alles glattgeht - bereits in die Tat umgesetzt werden, sagt Postlep. „Unsere Pläne klingen zwar visionär, sind aber durchaus realistisch.“

Die Studentenvertretung Asta steht den Plänen grundsätzlichen offen gegenüber. „Wir sehen große Chancen“, sagt Asta-Sprecher Filip Heinlein. Allerdings seien noch viele Fragen offen. „Für ein abschließendes Urteil fehlen uns noch viele Informationen.“ Unter anderem sei unklar, ob auch Geld für die Innenausstattung bereitgestellt werde. Zudem könnte der Wegfall des seit Jahren bestehenden studentischen Kulturzentrums K19 ein Problem sein. „Viele hängen daran“, sagt Heinlein.

Man wolle die Studierendenschaft in die Entscheidung über das Studentenhaus einbeziehen und daher eine Urabstimmung machen, wenn die Pläne konkreter sind.

Von Katja Rudolph

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