Ab Montag werden Studenten befragt, welche Wege sie in der Stadt zurücklegen

Uni Kassel soll bald besser erreichbar sein - Umfrage unter Studenten

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Kaum einer nutzt den längeren Weg durch die Unterführung: Die meisten Studenten gehen über den Fußgängerüberweg über die Kurt-Wolters-Straße, um den Campus zu erreichen.

Kassel. Die Uni Kassel wächst - und damit nicht nur die Raumnot, sondern auch das Verkehrsproblem. Jeden Tag steigen Tausende Studenten an der Haltestelle Holländischer Platz aus Bussen und Bahnen und queren den Holländischen Platz, um den Campus zu erreichen.

Um die Verkehrsanbindung der Uni zu verbessern, startet am Montag eine Befragung der Studenten, die in Erfahrung bringen soll, welche Wege sie zurücklegen. Auf Basis der Daten soll unter anderem über eine Verlegung der Haltestelle nachgedacht werden.

Prof. Carsten Sommer

Prof. Carsten Sommer, Leiter des Fachgebietes Verkehrsplanung und Verkehrssysteme, spricht von zwei drängenden Problemen: „Zum einen sind die Tram-Linien 1 und 5 stark überlastet. Zum anderen ist es ein unsicherer Zustand, wenn täglich Tausende Studenten über den Holländischen Platz gehen. Es ist ein Wunder, dass noch nichts Schlimmeres passiert ist.“ Und die Lage verschärfe sich, wenn der Campus Nord ausgebaut ist und noch mehr Studierende den Campus am Holländischen Platz frequentierten.

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Um Abhilfe zu schaffen, haben Universität, KVG und der Allgemeine Studierendenausschuss (Asta) eine Studie in Auftrag gegeben, für die nun die Umfrage anläuft. Finanziert wird die 50.000 Euro teure Studie auch vom NVV und der Stadt. Kommende Woche erhalten alle Studenten eine E-Mail, die sie auf eine Online-Umfrage aufmerksam macht. Dabei handelt es sich um eine Stichtagserhebung. Das heißt, die Studenten werden befragt, welche Wege sie an einem bestimmten Tag mit welchen Verkehrsmitteln zurückgelegt haben. „So können wir die Verkehrsströme zwischen den Stadtteilen und der Uni messen“, sagt Sommer.

Eine weitere Befragungswelle starte im Juli, um auch die Situation in der vorlesungsfreien Zeit zu betrachten. Um eine hohe Beteiligung zu erreichen, gibt es E-Book-Reader, Bahn-, Buch- und Essensgutscheine zu gewinnen.

Da ging es noch beschaulich zu: Auf dem Foto von 1967 ist das K10 zu sehen, das damals noch Verwaltungsgebäude von Henschel war.

Die KVG zeige sich offen, die Taktzahl der Trams zu erhöhen oder die Linienführung zu verändern, sagt Sommer. Zudem werde die Verlegung der Haltestelle Holländischer Platz auf die andere Seite der Kreuzung, Richtung stadtauswärts, auf Höhe des Uni-Gebäudes K10 analysiert. So könnten die Studenten den Campus sicherer erreichen.

Die Daten der Studie sind nicht allein für die Verkehrsplanung am Holländischen Platz gedacht. Der Asta möchte die Gültigkeit des Semestertickets ausweiten, sodass Studenten nicht nur im NVV-Bereich mit dem Ticket fahren können, sondern auch auf den Strecken des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV).

Um mit dem RMV über die Konditionen zu verhandeln, muss der Asta diesem zuerst Daten über die Verkehrsgewohnheiten der Kasseler Studenten zukommen lassen. Bevor das Semesterticket ausgeweitet wird, sollen dann aber zunächst bei einer Urabstimmung alle Studenten befragt werden. Eine Ausweitung werde es wohl frühestens 2013 geben.

Von Bastian Ludwig

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