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Uni Kassel: Ganze Stellengattung fällt weg – Von der Forschung auf die Straße

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Von: Claudia Feser

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Die Universität Kassel mit dem Campus am Holländischen Platz
Uni ohne wissenschaftliche Hilfskräfte: An der Uni Kassel bald Realität. (Archivbild) © Archiv

Eine Änderung in Hessen sorgt auch in Kassel für Probleme. An der Uni Kassel werden die wissenschaftlichen Hilfskräfte wohl bald auf der Straße stehen.

Kassel – Alle wissenschaftlichen Hilfskräfte der Universität Kassel werden demnächst auf der Straße stehen. Denn die Stellenkategorie wurde landesweit abgeschafft. Eine der Betroffenen ist eine Akademikerin mit Master-Abschluss, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Sie arbeitete jahrelang am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften und ist sauer: „Jahrelang habe ich viel Zeit und Liebe in die Arbeit gesteckt und viel für die Uni gemacht.“ Jetzt muss sie sich einen anderen Arbeitsplatz suchen.

Die junge Frau, wir nennen sie Luisa, teilt das Schicksal mit allen wissenschaftlichen Hilfskräften in Hessen, die ebenfalls befristete Verträge ohne Tarifbindung hatten, teilweise haben sie an Drittmittelprojekten gearbeitet. An der Uni Kassel gab es im Mai 103 Wissenschaftliche Hilfskräfte. Ihre Verträge laufen sukzessive aus. Aktuell bestehen noch 38 befristete Beschäftigungsverhältnisse der wissenschaftlichen Hilfskräfte, teilt die Uni mit.

Uni Kassel: Sprungbrett in den wissenschaftlichen Mittelbau bricht weg

Luisa hatte während ihres Studiums sechs Jahre als studentische Hilfskraft gearbeitet. Nach ihrem Master-Abschluss Anfang des Jahres hatte sie ein Angebot als wissenschaftliche Hilfskraft angenommen. Vielen gilt diese Tätigkeit als Sprungbrett in den wissenschaftlichen Mittelbau, wo wissenschaftliche Mitarbeiter tarifgebunden beschäftigt sind und an einer Promotion arbeiten. Auch Luisa hatte überlegt, zu promovieren. Ein mögliches Promotionsthema hatte sie noch nicht gefunden, weshalb ihr Weg an der Uni beendet ist.

Hinter jedem befristeten Vertrag steht ein Schicksal: Luisa berichtet von einer Kollegin, die ein Stipendium hat, das aber zum Lebensunterhalt nicht ausreicht, weshalb sie auf die Stelle als wissenschaftliche Hilfskraft angewiesen gewesen sei. Diese sei, wie viele andere, „wie vor den Kopf gestoßen gewesen“.

Angestellt bei der Uni Kassel: Nur durch Zufall von der Beendigung erfahren

Luisa hatte nur per Zufall vom Auslaufen der Verträge erfahren: Während ihrer Tätigkeit musste sie auch Sekretariatsarbeiten erledigen, und eine entsprechende E-Mail war über ihren Schreibtisch gelaufen. Luisa kennt Kollegen, die aus den sozialen Medien statt vom Vorgesetzten informiert wurden.

„Der Umgang der Uni mit uns war nicht in Ordnung“, kritisiert Luisa. Mit Herzblut hätten sie bis zuletzt an ihren Projekten gearbeitet. Jetzt steht auch Luisa auf der Straße und muss sich mit ihrem Master-Abschluss auf dem Arbeitsmarkt bewerben. (Claudia Feser)

Vordem Hintergrund der gestiegenen Preise hat die Mensa der Uni Kassel zuletzt die Essenspreise angehoben.

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