Die Planer ziehen bald um

Uni: Neubau für Architektur, Stadt- und Landschaftsplanung soll 2015 fertig sein

Alt und Neu nebeneinander: Der Neubau für die Architektur, Stadt- und Landschaftsplanung liegt direkt neben den sogenannten Kopfbauten, einem alten Gottschalkgebäude. Dieses soll in den nächsten Jahren in ein studentisches Zentrum verwandelt werden. Fotos: Koch

Kassel. Und wieder baumelte ein Richtkranz. Gestern ist erneut ein Etappenziel auf Kassels größter Baustelle, dem nördlichen Uni-Campus, gefeiert worden: Der Rohbau für das neue Fachbereichsgebäude für Architektur, Stadt- und Landschaftsplanung (ASL) ist fertig. In knapp einem Jahr, zum Wintersemester 2015/16, sollen die Planer der Uni das Gebäude bereits mit Leben füllen.

Das vierstöckige Gebäude, das etwas zurückgesetzt an der Gottschalkstraße liegt, soll künftig die Zentrale und das Kernstück des Fachbereichs sein, der komplett in den nördlichen Campus-Teil zieht. In den Neubau sollen neben fünf Seminarräumen in erster Linie die Büros der einzelnen ASL-Fachgebiete einziehen. Im Erdgeschoss wird es eine Art Ausstellungshalle geben, in den oberen Geschossen entstehen auch Archiv- und Computerräume (CAD). Auf dem Dach soll ein Versuchsstand für Fassaden eingerichtet werden.

Die Kosten von 13,7 Mio. Euro trägt das Land Hessen, sie stammen aus dem Hochschul-Investitionsprogramm Heureka. Zu Beginn der Planung war noch von 11,5 Mio. Euro ausgegangen worden. Nach Auskunft des Hessischen Baumanagement (hbm) ist der Konstruktionsaufwand aber größer ausgefallen als erwartet. Aufwendig war auch die Gründung: Das vierstöckige Gebäude musste auf 130 Bohrpfählen errichtet werden, weil der Boden nicht genug Standfestigkeit garantiert hätte.

Zugang mit großer Treppe geplant: Der ASL-Neubau (Mitte) soll vom Campus Holländischer Platz über eine große Freitreppe erreichbar sein, diese führt am Studentenwohnheim entlang (links). Rechts eine Ansicht eines möglichen Neubaus für die Naturwissenschaften. Ansicht: Raumzeit Architekten/nh

Der Entwurf für das markante Gebäude, dessen Form einem in die Länge gezogenen Sechseck gleicht, stammt vom Berliner Büro Raumzeit, das auch für das neue Hörsaalzentrum verantwortlich zeichnet. Raumzeit ist auch an den weiteren Neu- und Umbauten für den Fachbereich ASL beteiligt, der sich künftig an der Gottschalkstraße konzentrieren wird - bisher ist das ASL-Hauptgebäude noch das K10 an der Henschelstraße. Neben der bereits fertiggestellten Sanierung des sogenannten Torhaus A stehen noch die Umnutzung des Torhaus B und der ehemaligen Produktionshalle der Zelt- und Tuchfabrik Gottschalk bevor.

Uni-Präsident Prof. Rolf-Dieter Postlep betonte beim Richtfest, dass die Uni wegen der weiter steigenden Studierendenzahlen die zusätzlichen Räumlichkeiten dringend benötige. Er nutzte auch die Anwesenheit von Wissenschaftsminister Boris Rhein, um für den Umzug der Naturwissenschaften vom Standort Oberzwehren auf den Campus Nord zu werben. Die Gebäude würden direkt neben dem ASL-Neubau entstehen, wenn denn die nötigen rund 150 Millionen Euro vom Land bewilligt würden - für den ersten Bauabschnitt fehlen noch 20 bis 30 Millionen. Dazu wollen Postlep und Rhein offenbar bald konkrete Gespräche führen.

Rhein lobte die Umwandlung der ehemaligen Industriebrache in einen Hochschulcampus für Forschung und Lehre. Neben dem ASL-Neubau werden 2015 auch das Hörsaalzentrum und das Innovations- und Gründungszentrum Science Park fertig. Kita und Studentenwohnheim sind bereits in Betrieb. „Gelungener als in Kassel“, sagte der Minister, „kann es nicht gehen.“

Von Katja Rudolph

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