Wann das AVZ im Stadtteil Oberzwehren aufgegeben wird, ist noch völlig offen – Es fehlt an Geld für Neubauten

Uni-Standort bleibt noch viele Jahre

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Bleibt weit über 2015 erhalten: Der geplante Umzug der Naturwissenschaften vom Uni-Standort Oberzwehren (Bild) an den Holländischen Platz dauert noch Jahre.

Kassel. Als die ersten Ideen für den neuen Universitäts-Campus Nord gesponnen wurden, gab es vor allem ein Ziel: Das Aufbau- und Verfügungszentrum (AVZ) der Kasseler Uni in Oberzwehren (Brückenhof-Siedlung) zu räumen und damit auch die Naturwissenschaften zentral am Holländischen Platz unterzubringen.

Obwohl der Campus Nord inzwischen in die Höhe wächst, ist dieses Ziel noch in weiter Ferne. Grund dafür ist fehlendes Geld für eine neue Heimat der Naturwissenschaften.

Eigentlich sollte der Umzug in vier neu entstehende Gebäude der Naturwissenschaften bis zum Jahr 2015 abgeschlossen sein. Aber noch ist kein Stein gesetzt.

„Den Zeitplan für den Umzug werden wir nicht halten können. Die Uni wird deutlich über 2015 hinaus am Standort Oberzwehren bleiben“, sagt Dr. Guido Rijkhoek, Sprecher der Universität. Eine vollständige Aufgabe des AVZ sei, so Rijkhoek, „überhaupt nicht absehbar“. Als Ursache dafür nannte er fehlendes Geld.

Wie die HNA berichtet hatte, waren die geplanten Baukosten für den Campus Nord von 226 Millionen auf 450 Millionen Euro gestiegen. Hessens Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) hatte sich skeptisch geäußert, dass das Land die für die Naturwissenschaften kalkulierten 128 Millionen Euro in absehbarer Zeit zur Verfügung stelle. Damit liegt der Umzug auf Eis.

Die Hoffnungen ruhen derzeit auf einer Entscheidung des Wissenschaftsrates. Dieser muss darüber befinden, ob der Bund für den Bau eines Forschungszentrums für Nanotechnologie an der Kasseler Universität die Hälfte der Kosten übernimmt. Eine Entscheidung soll kommendes Jahr fallen.

Sollte der Wissenschaftsrat den Bau befürworten, so könnte zumindest die Nanotechnologie auf absehbare Zeit an den Holländischen Platz in der Kasseler Nordstadt wechseln. Aber selbst wenn die Entscheidung negativ ausfalle, so reichten die zugesicherten 226 Millionen Euro vermutlich für neue Standorte für die Nanotechnologie sowie ein Institut für Physik, sagt Rijkhoek. „Wann die Chemie und Biologie umziehen, steht in den Sternen.“

Bausubstanz ist in Ordnung

Aus der Tatsache, dass die Naturwissenschaften noch für einige Jahre im AVZ untergebracht bleiben, ergibt sich aus Sicht des Uni-Sprechers kein gravierendes Problem. Die Bausubstanz des seit dem Jahr 1971 entstandenen AVZ sei derzeit durchaus „zufriedenstellend“.

Dennoch, so Rijkhoek, sei eine Perspektive für die Neubauten notwendig. Schwierig werde es dann, wenn die Nanotechnologie und die Physik umgezogen seien und der Standort für die restlichen Fachbereiche in Betrieb gehalten werden müsse.

Die Unterhaltung koste nämlich viel Geld – unabhängig von der Zahl des Personals und der Studenten.

Von Bastian Ludwig

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