Nicht einmal für jeden 20. Studierenden

Uni-Wohnheime sind in Kassel Mangelware: Viele Studenten ohne Platz

Kassel. Studenten, die in Kassel einen Platz in einem Wohnheim bekommen wollen, brauchen viel Glück. Auf die knapp 24.000 Studenten, mit denen die Uni zum bevorstehenden Wintersemester rechnet, kommen lediglich 1100 Plätze in einem der 22 Wohnheime des Studentenwerks – inklusive dem gerade fertig werdenden Wohnheim auf dem Campus.

Das entspricht einer Unterbringungsquote von rund 4,6 Prozent. Nicht einmal jedem 20. Student kann also ein Wohnheimplatz geboten werden.

Damit steht Kassel im Vergleich zu anderen Hochschulstandorten schlecht da: Deutschlandweit beträgt die Unterbringungsquote knapp 10 Prozent. Der Hessen-Schnitt liegt bei 7,3 Prozent. In diese Werte ist allerdings neben den Studentenwerks-Wohnheimen auch anderer öffentlich geförderter Wohnraum für Studenten durch private Träger eingerechnet. Berücksicht man dies auch für Kassel, liegt die Unterbringungsquote nach der Statistik des Deutschen Studentenwerks bei 5,7 Prozent.

Trotz des vergleichsweise geringen Anteils an Wohnheimplätzen sieht das Kasseler Studentenwerk keinen Grund, Alarm zu schlagen. Der Versorgungsgrad sei vor dem Hintergrund des hiesigen Wohnungsmarkts gut, sagte Geschäftsführerin Christina Walz gegenüber der HNA. Der Großteil der Studenten komme in normalen Mietwohnungen unter. Diese Einschätzung teilt Stadtbaurat Christof Nolda. Erfreulich sei, dass neben dem Studentenwerk auch private Investoren Neubauten gezielt für studentische Mieter realisierten. Unter anderem auf dem Reitstallgelände und im Schillerviertel sollen in den nächsten Jahren private Wohnheime entstehen.

Das Studentenwerk plant in den kommenden Jahren einen weiteren „moderaten Ausbau“ der Plätze, sagt Geschäftsführerin Walz. Dabei sei man auf öffentliche Förderung angewiesen, wenn die Mieten so günstig bleiben sollten wie bisher. Der Durchschnittpreis für einen Platz liegt bei 215 Euro.

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