Universität Kassel: Berufsbegleitender Masterstudiengang für die Karriere in Coaching, Supervision und Organisationsberatung

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Universität Kassel

Der Beratungsbedarf in und von Organisationen steigt, sagt Prof. Dr. Heidi Möller, Hochschullehrerin für Theorie und Methodik der Beratung der Universität Kassel.

Beratung braucht professionelle Standards und methodische Sicherheit
Der Beratungsbedarf in und von Organisationen steigt, sagt Prof. Dr. Heidi Möller, Hochschullehrerin für Theorie und Methodik der Beratung der Universität Kassel. Unternehmen, die öffentliche Verwaltung, das Gesundheitswesen und der psychosoziale Sektor suchen nach ihren Worten Unterstützung in der Teamentwicklung, der Supervision, der Organisationsberatung und im Coaching.
Führungskräfte wollten die Effizienz ihrer Arbeit steigern, aber auch Antworten auf Fragen der Work-Life-Balance, des Umgangs mit vielerlei Widersprüchen und Dilemmata in der postmodernen Arbeitswelt finden. Selbstreflexion und Handlungsorientierung durch Beratung zu erhalten, gilt für Möller als Basis zur Aufrechterhaltung organisationalen Funktionierens.

„Die professionellen Standards und die methodische Absicherung vieler Beratungsleistungen lassen trotz dieser Entwicklungen noch deutlich zu wünschen übrig. Der berufsbegleitende Masterstudiengang Coaching, Supervision und Organisationsberatung (COS) der UNIKIMS, der Management School der Universität Kassel, möchte diesem Auseinanderdriften von Nachfrage und Angebotsqualität mit wissenschaftlich fundierter Qualität begegnen“, sagt die Hochschullehrerin.

Die Dozenten des Teams von Lehrenden verbinden wissenschaftliche Qualifikation mit beruflicher Praxis in Unternehmen. In sechs Semestern führt das Studium berufsbegleitend zum Master of Arts, der von der Universität Kassel verliehen wird und auch zur Promotion berechtigt.
Der Studiengang COS setzt damit eine über 40jährige Tradition der Universität Kassel fort, die mit dem ersten akademischen Supervisionsstudiengang begann, vom Studiengang „Mehrdimensionale Organisationsberatung“ fortgesetzt wurde und nun nochmals an die aktuellen Entwicklungen angepasst wird. 


Informationsveranstaltung
Für alle Interessierten und Entscheider findet am 21. Juni 2017 um 15.00 Uhr in der Universität Kassel, Nora-Platiel-Straße 3, Raum 0217 eine Informationsveranstaltung zu dem Studiengang statt. Weitere Informationen und die Anmeldung finden Sie unter http://www.unikims.de/cos

Unternehmen investieren 27 Milliarden Euro im Jahr in Consulting
27 Milliarden Euro werden hat nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberater jährlich in Consulting investiert, indes der Bedarf an Beratung wächst. Aus ihrer Erfahrung in der Beratung von Unternehmen – vom international agierenden Mittelstand über soziale Dienstleistungsunternehmen bis zum Dax-Konzern – kennt Möller das Spektrum an Unterstützung, die Führungskräfte und Teams durch Beraterinnen und Berater als „Agenten des Wandels“ benötigen.

Doch das Angebot an Consultants und Konzepten sei unüberschaubar und seine Qualität außerordentlich heterogen. Mit dem Masterstudiengang COS hat Möller mit ihrem Team einen Studiengang konzipiert, der diesen Anforderungen gerecht wird. Wissenschaftlich basiert und mit engem Praxisbezug wird Wissen und Können vermittelt, um mit den richtigen Fragen und den richtigen Instrumenten die Individuen, Teams und Organisationen erfolgreich im Prozess des Wandels zu begleiten. 

„Wer mit Organisationen arbeiten will, braucht so ein Studium“
„Wer mit Organisationen arbeiten will, braucht so ein Studium. Ich empfehle das berufsbegleitende Masterstudium an der UNIKIMS. Definitiv“, sagt Sabine Soldner, eine der Dozentinnen des Studiengangs, die sich selbst an der UNIKIMS qualifiziert hat. Während dieser Zeit hat sich Soldner von der Personalreferentin, die Führungskräfte in einem stark expandierenden internationalen Konzern beraten hat, zur Organisationsberaterin des Senior Managements und des Vorstandes dieses Unternehmens entwickelt.

Der Konzern, die SMA Solartechnology AG, bewältigte in dieser Zeit eine tiefe, Existenz bedrohende Krise, mit einem fundamentalen Umbau seiner Organisation. Der Konzern ist heute flexibler als zuvor, hat die Ertragswende geschafft und seine Exportquote auf mehr als 90 Prozent gesteigert.

„Jede Coachingausbildung muss sich den Veränderungsdynamiken stellen“
Claudia Bredt, die sich schon vor zehn Jahren an der UNIKIMS berufsbegleitend qualifizierte, hat Erfahrung als Beraterin in Weltkonzernen und leitet Entwicklungsprogramme für Führungskräfte der Premiumhersteller in der Automobilindustrie. Sie kehrt ebenfalls als Dozentin in Möllers Team an die UNIKIMS zurück.

In den vergangenen Jahren, sagt Bredt, habe sie mehr als je zuvor auch im eigenen beruflichen Feld erfahren, wie sich gesellschafts- und bildungspolitische Rahmenbedingungen änderten: „Dies sehe ich auch für den gesamten Beratungssektor.
Jede Supervisions- und Coachingausbildung muss sich, will sie zukunftsfähig sein, den derzeitigen Veränderungsdynamiken in der Gesellschaft, in Bildung, Arbeit und Beratung stellen, beweglich sein und bleiben.“ Denn diese Beweglichkeit brauche auch die Person des Beraters in Supervision und Coaching, damit sie Personen und Gruppen in der jeweiligen Arbeitswelt kontextbezogen darin begleiten könne, in beständigen wie sich verändernden Welten professionell zu agieren. 

Komplexität, Globalisierung, Digitalisierung
Möller benennt aus ihrer Erfahrung in der Wissenschaft – der klinischen Psychologie – sowie in der Wirtschaft, die Treiber dieses Wandels: Der Zuwachs an Komplexität, die Beschleunigung von Prozessen, die Globalisierung und vor allem die Digitalisierung.

Auch die internationale Arbeitsteilung nehme zu, grenzenlose Mobilität und Flexibilität sind gefragt, während der strukturelle Dauerwandel hin zur Wertschöpfung durch Dienstleistung und neue Geschäftsmodelle ebenso anhalte wie der demographische Wandel.
In diesem umfassenden Prozess der Veränderung bieten immer mehr Berater, Coaches und Supervisoren ihre Dienste an. „Das sind aber keine geschützten Berufsbezeichnungen“, sagt Möller. Allein in Deutschland gibt es etwa 30 unterschiedliche Verbände, in denen sich Coaches unterschiedlichster Qualität zusammengeschlossen haben.

Die Zahl von 8000 bis 25.000 geschätzten Coaches und Supervisoren lasse erahnen, wie schwer Klienten die Auswahl des richtigen Bearters fallen dürfte, und wie wichtig es andererseits für Berater sei, sich für den Klienten erkennbar und von anderen unterscheidbar zu qualifizieren, sagt die Psychologin. 

Wissenschaft und Beratungspraxis verschränken sich
Darum werden Wissenschaft und Beratungspraxis in diesem Studienangebot miteinander verschränkt. Es bilde die Studierenden zu reflektierten Praktiker_innen aus und implementiere systematische Beratungsforschung, „um den Beratungsdiskurs über das Niveau von praktischen Ratgebern, Texten von der Praxis für die Praxis, sowie Fallbeschreibungen zu heben“, sagt Möller.

Der Studiengang bilde die Studierenden zum einen für die praktische Ausübung von Beratung in den Formaten Supervision (Einzel-, Team- und Gruppensupervision), Coaching (Einzel- und Gruppencoaching) und Organisationsberatung aus.
Zum anderen sei es das Ziel des Studiengangs, zur wissenschaftlichen Bearbeitung sozial- und gesellschaftswissenschaftlicher Themenstellungen mit besonderer Berücksichtigung beratungsrelevanter und beratungsassoziierter Forschungsfelder zu befähigen.
Dabei richten sich die Ausbildungskriterien in der praktischen Ausübung von Beratung nach den Anforderungen der DGSv (Deutsche Gesellschaft für Supervision und Coaching), während die wissenschaftlichen Ausbildungskriterien denen der Anforderungen zur Promotion berechtigender Masterstudiengänge entsprechen. 

Ein Studium für die Karriere als Coach, Supervisor und Organisationsberater
Der berufsbegleitende Masterstudiengang ist speziell für Personen entwickelt worden, die an einer Karriere als Coach, Supervisor/in und Organisationsberater/in interessiert sind, oder ihre Qualifikation in diesen Bereichen perfektionieren wollen.
Hinter jedem Beratungsformat steht ein Verfahren wie z.B. die Psychoanalyse, die Systemtheorie oder die humanistische Psychologie.

Angesichts der Fülle an Beratungsformaten mit den unterschiedlichen Hintergründen sei es ein wichtiges Ziel des Studiengangs, das „systematische Sammeln von Informationen zu erlernen, um in der jeweiligen Situation das adäquate Format anbieten zu können“, sagt Möller. Sie spricht von einer „Differentialdiagnose“, um im Einzelfall das Problem zu analysieren, um dann mit der angemessenen Methode zu arbeiten. 

Der Agent der Veränderung braucht die Selbstreflexion
Der Studiengang zielt auf die Entwicklung der eigenen Person als Agent von Beratungsprozessen und habe einen „hohen selbstreflexiven Ansatz“. Beraterin und Berater müssen darüber hinaus wissenschaftlich fundiert lernen, die richtigen Fragen zu stellen, um eine Beratungsbeziehung aufzubauen und den Prozess der Beratung zu steuern und zu gestalten.
Die Studierenden lernen in steigender Komplexität die Beratung von Einzelpersonen, Gruppen und Organisationen, die Bearbeitung von Konflikten, die Steuerung von Teams, die Begeleitung von Veränderungs- und Wachstumsprozesse u.v.a.m.

Team-Teaching statt individuelle Helden
Möller verspricht eine intensive Lernumgebung und Diversity ist für sie ein Geheimnis des Erfolgs. „Wir setzen auf Team-Teaching statt auf individuelle Helden,“ sagt Möller. Die Studierenden kommen aus unterschiedlichsten Professionen und Branchen und die Dozent/innen verfügten über Erfahrung in Wissenschaft und Organisationen.

Dr. Martin Scherf z.B. ist Soziologe und hat Erfahrung als Organisationsentwickler bei der Daimler AG. Dr. Silja Kotte ist Psychologin und strategische Personalentwicklerin in Pharmakonzernen, und Dr. Martin Seip hat mehr als 20 Jahre Erfahrung als Trainer in Unternehmen. Die meisten Dozent/innen sind Wissenschaftler/innen und ausgebildete Coaches, Organsiationsberater/innen und/oder Supervisor/innen. 

Masterthesis zu Fragen gesellschaftlicher Relevanz
Bevor die Studierenden ihre Masterthesis verfassen und ihr Studium mit einem mündlichen Kolloquium abschließen, sollen sie nach Möllers Worten gelernt haben, „ihre Neugier aus Praxis und Studium in beforschbare Fragestellungen umwandeln zu können“.
Vieles spricht dafür, dass es Fragen von gesellschaftlicher Relevanz sein werden, die die Studierenden am Ende mit ihren Thesen bearbeiten.

Die Masterstudenten, die Möller gegenwärtig als Professorin betreut, befassen sich zum Beispiel mit Fragen nach dem Image von Coaches aus der Perspektive von Unternehmern, nach der gelingenden Übernahme von landwirtschaftlichen Unternehmen und nach der Integration osteuropäischer Ärzte in deutschen Krankenhäusern.

Der nächste Studienjahrgang beginnt im Oktober 2017. Weitere Informationen finden Sie unter www.unikims.de/cos

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