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Unitymedia verschiebt Sender-Neuregelung um eine Woche

Kassel. Der schwarze Fernseh-Bildschirm bleibt Kabelkunden von Unitymedia in der Region noch eine Woche erspart.

Nach erheblichem Ärger in Nordrhein-Westfalen hatte wird die für den 5. September geplante Umstellung der Senderbelegung in Hessen auf die Nacht zum 12. September verschoben.

Rund 44.000 Haushalte in Kassel und etwa 46.000 im Landkreis Kassel sind davon betroffen. Viele Kunden werden nach der Umstellungsaktion ihre Lieblingssender nicht mehr finden. Dazu muss dann ein neuer Sendersuchlauf gestartet werden. Vor allem viele ältere Menschen, die ratlos in die Röhre gucken, werden dabei die Hilfe von Fachleuten aus Handel und Handwerk brauchen.

Bei der bisher größten Senderneuordnung hatte Unitymedia die Frequenzumstellung in der vergangenen Woche in Nordrhein-Westfalen offenbar unterschätzt. Jetzt wird technisch nachgearbeitet. Bei der Umstellung in Hessen in der Nacht zum kommenden Dienstag soll dann alles klappen, sagt Unitymedia-Sprecher Helge Buchheister.

Grund für die veränderten Sendeplätze: Unitymedia räumt auf. Nachdem im Juni dieses Jahres das analoge TV-Signal abgestellt wurde, gibt es nur noch digitale und viel mehr Programme. Denn der Platz für einen analogen Fernsehkanal im Kabel reicht für 14 digitale Programme in Normalqualität oder für sechs bis sieben HD-Programme. Die sorgen auf großen und hochauflösenden Fernsehschirmen für ein perfektes Bild.

Um das TV-Kabel zukunftsfähig auch für Internet und Telefonie zu machen, wird das Frequenzband aufgeräumt. Unitymedia betreibt die Kabelnetze in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg. Wer Fernsehen über eine Satelliten-Schüssel oder per Internet schaut, ist von der geplanten Umstellung im Kabelnetz nicht betroffen. 

Unitymedia und neue Sender: Was für Sie nun wichtig ist

Unitymedia räumt auf: Mehr als 400 Fernsehprogramme und zudem 135 digitale Radiosender sind künftig im hessischen Kabelnetz zu empfangen. Der bisherige Frequenzsalat soll in der Nacht zum 12. September neu geordnet werden. Fragen und Antworten dazu:

Was passiert denn bei der geplanten Neuordnung der Senderplätze?

Die Programme sind nicht weg, sie sind nur woanders. Wo, das findet der Fernseher durch einen neuen Sendersuchlauf heraus. Danach kann man sich seine Lieblingsprogramme so ordnen, dass sie auf der Fernbedienung einfach anzuwählen sind. Dann muss man beim Umschalten nicht dreistellige Programmnummern eintippen.

Und wenn ich gar nicht weiß, wie ich bei meinem Fernseher den Sendersuchlauf starte?

Dann kann vielleicht die Telefon-Hotline von Unitymedia oder dem Vermieter weiterhelfen. Auch große Wohnungsgesellschaften wie die Vereinigten Wohnstätten 1889 in Kassel mit 4500 Wohnungen richten Telefonhilfe ein und haben Dienstleister am Start, die helfen können. Das war bei der 1889 schon am heutigen Dienstag geplant, sagt Vorstand Uwe Flotho. Dass die Umstellung von Unitymedia kurzerhand verschoben wurde, „ist ärgerlich“. Jetzt muss alles auf den 12. September verschoben werden.

Was mache ich denn, wenn die Telefonleitungen der Hotline überlastet sind?

Dann kann ich meinen Fernsehhändler oder einen Fachhandwerker anrufen. Die helfen ebenfalls, kommen ins Haus und stellen alles ein. Dafür muss natürlich bezahlt werden. 50 Euro dürften mindestens fällig werden, wenn längere Anfahrt oder höherer Zeitaufwand dazu kommen, auch bis 100 Euro.

Was ist denn in Nordrhein-Westfalen schief gelaufen, kann das in Hessen auch passieren?

Unitymedia ist überzeugt, in Hessen am 12. September ohne Panne umstellen zu können. Im Nachbarland hatten die Techniker die meistgeschauten Privatsender ausgerechnet auf eine Frequenz gelegt, auf der auch das digitale Radio sendet. Das sorgte für Störungen beim Fernsehempfang, weil in vielen Wohnhäusern noch alte, nicht abgeschirmte Hausanschlüsse sowie nicht abgeschirmte Kabel verwendet werden.

Was kann ich tun, damit ich nicht mit meinem Fernseher ein ähnliches Problem bekomme?

Wer für die kurze Strecke von der Kabeldose in der Wand zum Fernseher kein Billigkabel für 1,50 Euro nimmt, sondern ein spezielles abgeschirmtes Kabel für etwa neun Euro kauft, ist auf der sicheren Seite. „Damit sind nach meinen Erfahrungen 90 Prozent der Störungen weg“, sagt Rainer Rabe, Technik-Referent der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR Hessen) in Kassel.

Rat und Hilfe bei Sendersuchlauf

Wer ab dem 12. September 2017 seine Lieblingssender im Kabel-TV nicht mehr findet und sich nicht selbst mit einem neuen Sendersuchlauf zu helfen weiß, hat mehrere Möglichkeiten: 

Der Kabelnetzbetreiber Unitymedia bietet telefonische Hilfe und Unterstützung an. Unter der Rufnummer 0221/46619044 sind fachkundige Mitarbeiter des Unternehmens von Montag bis Freitag in der Zeit von 8 bis 20 Uhr zu erreichen. Unitymedia bietet in Zusammenarbeit mit dem Service-Dienstleister „Get it Done“ zudem Hilfestellung durch einen Techniker an, der ins Haus kommt. 

Das kostet 49 Euro Festpreis für einen Fernseher, für jedes weitere Gerät 19 Euro: www.senderfinden.de 

Die großen Vermieter und Wohnungsgesellschaften haben ihre Mieter bereits meist schriftlich über die Umstellung der Programmplätze informiert. Wenn es Hilfsangebote für Mieter gibt, steht das ebenfalls im Infobrief des Vermieters. Hilfe gibt es auch von den Fernsehhändlern und Fachhandwerkern. Die Rufnummern für Terminabsprachen finden sich im Internet oder Telefonbuch.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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