Drei Viertel der Projekte haben Finanzierungsziel erreicht

250.000 Euro in einem Jahr: Crowdfunding-Seite der Uni legt Bilanz vor

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Das Glow-Team Markus Espeter, Sebastian Erdmann, Lia Weiler, Christiane Richter mit einem Energiesparherd, der in Afrika die Zahl der Toten durch Rauchgasvergiftung senken soll.

Kassel. Ein kleines Vermögen ist innerhalb des vergangenen Jahres in innovative Projekte aus der Region geflossen.

Mithilfe der Crowdfunding-Plattform Unikat, die im Februar 2014 an den Start ging, haben Erfinder, Gründer und Projektstarter aus dem Raum Kassel 242 000 Euro eingeworben, um ihre Ideen in die Tat umzusetzen. Die knappe Viertelmillion ist durch rund 2200 Unterstützer zusammengekommen. Bei Crowdfunding ermöglichen Unterstützer im Internet durch viele Einzelspenden die Finanzierung von Projekten.

Von der Freisprechanlage fürs Fahrrad über Naturkosmetik aus heimischen Pflanzen, ein selbst geschriebenes Musical bis hin zu einem Mobilgerät, das Smartphone und Tablet-PC in einem ist: Insgesamt haben 14 Projekte (drei laufen derzeit noch) die neue Plattform, die von Universität und der Wirtschaftsförderung Kassel ins Leben gerufen wurde, im ersten Jahr genutzt.

Von den elf abgeschlossenen Projekten waren acht erfolgreich – das entspricht einer Quote von 72 Prozent. Das ist besser als der Durchschnitt von Deutschlands größter Crowdfunding-Plattform Startnext (60 Prozent). Die Unikat-Seite ist Startnext angeschlossen, damit die Projekte bundesweit zur Geltung kommen.

Man verstehe die Seite als eine Art Schaufenster, über das interessante Projekte aus Nordhessen auch darüber hinaus um Unterstützung werben können, sagt Annika Wallbach, bei UniKasselTransfer für die Crowdfunding-Plattform zuständig – übrigens die erste bundesweit, die von einer Hochschule initiiert ist.

Mit Crowdfunding könne man potenziellen Gründern aus der Hochschule jetzt ein zusätzliches Finanzierungsinstrument anbieten, sagt Wallbach. Bisher habe es außer einer – wesentlich aufwendigeren – Bewerbung um ein Exist-Gründerstipendium wenig Alternativen gegeben, um eine Anschubfinanzierung zu erhalten.

Von den Crowdfunding-Teilnehmern haben fünf eigene Unternehmen gegründet. Insofern stelle die Plattform auch ein Stück Wirtschaftsförderung dar, sagt Kai Lorenz Wittstock. Schon jetzt profitiere besonders die heimische Kunst- und Kreativwirtschaft von der alternativen Finanzierungsmöglichkeit, sagt der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Region Kassel.

Zu einfach dürfe man sich die Geldbeschaffung per Crowdfunding aber nicht vorstellen, betont Wallbach. Dahinter stecke viele Arbeit. „Vom Aufwand kommt es einer kleinen Marketingkampagne gleich.“

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