Lediglich 13,8 Prozent der Studenten stimmten ab

Panne an der Kunsthochschule: Nur jeder Siebte ging zur Uni-Wahl

Kassel. Die studentische Wahlbeteiligung befindet sich weiter im freien Fall: Von über 23.700 Studenten haben bei der Hochschulwahl nur 3300 ihre Stimme abgegeben.

Gerade mal jeder Siebte ging damit an die Urne. Die Wahlbeteiligung beträgt nach den Zahlen des Asta 13,8 Prozent. Vor einem Jahr lag sie noch 15,1 Prozent. Seit vor drei Jahren die 25-Prozent-Hürde gefallen ist, sinkt die Wahlbeteiligung von Jahr zu Jahr.

Obendrein passierte im Wahllokal an der Kunsthochschule eine Panne. Dort fehlten für die Studenten die Stimmzettel zur Senatswahl. Dies fiel allerdings erst bei der Auszählung auf. Im Wahllokal hatten offenbar weder die Wahlhelfer noch die Studenten bemerkt, dass sie keine Unterlagen für die Senatswahl bekommen hatten.

Nach Informationen der HNA waren mehr als 100 studentische Wähler davon betroffen. Diese Zahl wollte Uni-Sprecher Sebastian Mense nicht bestätigen. Die Professoren und Mitarbeiter hätten nach derzeitigem Erkenntnisstand in dem betroffenen Wahllokal alle Wahlunterlagen korrekt ausgehändigt bekommen, sagte Mense. Auch in den anderen Wahllokalen seien alle Wahlzettel wie vorgesehen an die Wählenden ausgegeben worden.

Wo die Studenten-Stimmzettel verloren gingen, ist noch unklar. Bei der Vorbereitung der Wahlen waren nach Angaben der Hochschule die Wahlunterlagen für alle sechs Wahllokale vollständig zusammengestellt worden. Der Wahlvorstand untersuche nun, wie es zu dem Problem gekommen ist, und berate, wie man damit umgeht, sagte der Uni-Sprecher. Die Ergebnisse der Senatswahl veröffentlichte die Hochschule dementsprechend gestern noch nicht.

Asta-Vorsitzender Eike Ortlepp forderte eine Wiederholung der studentischen Senatswahl. Gerade vor dem Hintergrund der niedrigen Wahlbeteiligung sei es wichtig, dass jedem Student die Ausübung seines Wahlrechts ermöglicht werde.

Jusos bleiben stärkste Kraft

Die Ergebnisse für das Studierendenparlament (Stupa) stehen hingegen fest. Stärkste Kraft blieb die Juso-Hochschulgruppe mit 30 Prozent. Von den 25 Sitzen im Parlament belegen die Jusos damit acht Sitze. Stark zugelegt haben Kassels Unabhängige Studierende (KUS), die 22,6 Prozent der Stimmen erhielten (Vorjahr: 13,6). Verluste mussten hingegen die Grünen hinnehmen, die nur auf 17 Prozent kamen (Vorjahr: 21,2).

Die bisherige Asta-Koalition von Jusos und Grünen ist damit nicht mehr mehrheitsfähig – höchstens mit einem dritten Partner. Oder Jusos und KUS müssten sich zusammentun. Zu möglichen Konstellationen werde man demnächst Gespräche aufnehmen, sagte Asta-Chef Ortlepp (Jusos). Ob er für eine dritte Amtszeit als Asta-Vorsitzender zur Verfügung steht, verriet der 27-Jährige noch nicht. Der neue Asta wird bei der ersten Sitzung des neuen Stupa gewählt, voraussichtlich am 12. oder 13. Februar.

Von Katja Rudolph

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