Unterstützung durch die cdw-Stiftung

Uni Kassel will eigenen Solarstrom produzieren

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Solarstrom für den eigenen Verbrauch: Über die Kooperation freuen sich (von links) der Kanzler der Universität Kassel, Dr. Oliver Fromm , der Geschäftsführer der cdw Stiftung, Thomas Flügge, und der Leiter der Bauabteilung der Universität, Klaus Sausmikat.  

Kassel. Die Uni Kassel produziert künftig Solarstrom für den eigenen Verbrauch: In den kommenden Jahren sollen mehrere Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern von Uni-Gebäuden errichtet werden.

Die geplante installierte Leistung beträgt rund 700 Kilowatt. Die Ersparnis bei den Stromkosten investiert die Hochschule in weitere Nachhaltigkeitsprojekte, teilt Pressesprecher Sebastian Mense mit.

Die cdw-Stiftung will die Photovoltaik (PV)-Anlagen im Wert von rund einer Million Euro sukzessive in den kommenden zehn Jahren errichten. Einen entsprechenden Vertrag haben Stiftung und Universität jetzt unterzeichnet. Der Bau der ersten Anlage beginnt in den kommenden Monaten auf dem Dach des Gebäudes an der Wilhelmshöher Allee. Dort hat der Fachbereich Elektrotechnik/Informatik seinen Standort. Am Ende sollen die Anlagen zusammen etwa 600 000 Kilowattstunden Strom pro Jahr produzieren. Die Universität will den regenerativ erzeugten Strom möglichst zu 100 Prozent selbst verbrauchen. Auch für Forschung und Lehre sollen die Anlagen zur Verfügung stehen.

Die Region Nordhessen sei stark im Bereich Erneuerbare Energien, sagt der Kanzler der Universität Kassel, Dr. Oliver Fromm. Die Uni gebe hier Impulse durch Forschung, Lehre und durch Wissenstransfer. „In Zukunft wollen wir darüber hinaus auch einen Beitrag leisten, indem wir saubere Energie für den eigenen Verbrauch produzieren“, betonte Fromm.

48 Prozent des Stromverbrauchs durch Erneuerbare Energien abgedeckt

Möglich macht das die Unterstützung der cdw-Stiftung. Nach Angaben des Geschäftsführers Thomas Flügge decken die Erneuerbaren Energien in Nordhessen bereits rund 48 Prozent des Bruttostromverbrauchs ab. „Leider ist der Ausbau jedoch ins Stocken geraten. Wir wollen die regionale Wertschöpfung von über 120 Millionen Euro jährlich weiter ausschöpfen und die Stromversorgung weiter demokratisieren“, sagt Flügge. Die Kooperation mit der Uni Kassel sei ein positives Beispiel für den weiteren regionalen Ausbau Erneuerbarer Energien.

Die Universität erwartet durch den selbst produzierten Strom Kosten-Ersparnisse in einem niedrigen sechsstelligen Bereich. Mit dem eingesparten Geld wolle man weitere PV-Anlagen bauen und Energieeffizienzprojekte umsetzen. Damit sei das Vorhaben Teil eines größeren sogenannten „Intracting“-Projekts, bei dem mit dem Ertrag aus Energie-Sparmaßnahmen neue Energie-Sparmaßnahmen finanziert werden. Die Universität Kassel ist hier deutsche Pilot-Hochschule.

Bislang gibt es an der Universität Kassel Solaranlagen nur in sehr geringem Umfang. Die größten dieser Anlagen haben eine installierte Leistung von etwa 70 kW. Sie sind privat finanziert worden, ihr Strom wird ins Netz eingespeist. 

Die cdw-Stiftung

Die cdw-Stiftung gGmbH steht für regionales Engagement und globale Verantwortung. In Nordhessen erarbeitet sie Maßnahmen, die die Region wirtschaftlich, sozial und kulturell voranbringen sollen. In Entwicklungsländern setzt sie sich gemeinsam mit den Menschen vor Ort für die Entwicklung ländlicher Regionen ein, insbesondere durch die Elektrifizierung und die Verbreitung regenerativer Energieversorgungssysteme. Die Stiftung mit Sitz in Kassel wurde 2011 von den Gründern der SMA Solar Technology AG, Dr.-Ing. E.h. Günther Cramer, Peter Drews und Reiner Wettlaufer gegründet.

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