Unklare Zukunft

DRK-Kliniken brauchen Hilfe – Gesellschafter sind sich aber nicht einig

Eingang DRK-Kliniken Kassel
+
Es tut sich was: Womöglich bekommen die DRK-Kliniken einen neuen Gesellschafter.

Wie geht es weiter mit den DRK-Kliniken Nordhessen? Steigt ein neuer Gesellschafter ein? Wie die HNA erfahren hat, könnten Veränderungen für Kassels ältestes Krankenhaus anstehen.

Kassel – Claudia Nehrig, Geschäftsführerin und Oberin der Schwesternschaft, drückt es so aus: „Was wir brauchen, sind finanzielle Mittel.“

Entscheidendes Problem aber ist: Die beiden Gesellschafter ziehen momentan nicht an einem Strang – das sind die DRK-Schwesternschaft und der Kaufunger Verein DRK Soziale Dienste und Einrichtungen (SDE).

Dass sich hinter den Kulissen etwas tut, lässt sich an einem Schreiben erkennen, das der HNA vorliegt. Darin lädt der Gesellschafter SDE seine Mitglieder zu einer außerordentlichen Versammlung ein – einziger Tagesordnungspunkt: „Übertragung von SDE-Gesellschafteranteilen an den DRK-Kliniken“.

In der Einladung, die Geschäftsführer Stephan Kratzenberg verfasst hat, heißt es, dass aufgrund der aktuellen Entwicklung eine kurzfristige Terminierung notwendig sei. Nächsten Dienstag will der SDE demnach zusammenkommen. Es gehe um die Zukunft des Hauses, sagt Kratzenberg. Konkretere Angaben könne er nicht machen.

An wen die Anteile gehen sollen und von wie vielen Anteilen die Rede ist, dazu will sich auch Andreas Siebert nicht äußern. Der gewählte Landrat ist stellvertretender Vorsitzender des Kaufunger Vereins. Siebert lässt mitteilen, dass es sich um eine interne Sitzung handele. Im Vorfeld sollten keine spekulativen Dinge an die Öffentlichkeit kommen.

Der zweite Träger der DRK-Kliniken ist nicht überrascht von der Mitgliederversammlung. Im Januar habe der SDE bereits vorgeschlagen, einen weiteren Gesellschafter zu suchen, sagt Nehrig gegenüber der HNA. Aber auch die Schwesternschaft hat sich ihrerseits nach einem möglichen Partner umgesehen. Die Oberin sagt: „Wir sind auch nicht untätig gewesen in den vergangenen Wochen und haben konstruktive Vorschläge erarbeitet. Bislang konnten wir leider keine Einigung erzielen.“

Wie genau diese Vorschläge aussehen, um welche Details es dabei geht, und um welche Namen es sich handeln könnte, erklärt Nehrig nicht. Der Schwesterschaft gehe es um die Zukunftssicherung, um ein modernes medizinisches Konzept, eine solide wirtschaftliche Ausstattung und um die Sicherung von Arbeitsplätzen, erklärt Nehrig.

Und offenbar scheinen die Pläne schon konkreter zu sein. Denn Nehrig spricht von vielen Signalen aus der Ärzteschaft, die jetzt eine Lösung wolle – „eine Lösung zu Konditionen, wie wir sie einfordern“. Sie will die DRK-Kliniken „gesunden lassen“. Das Beste sei eine von beiden Gesellschaftern gemeinsam gefundene Lösung. Eine Entscheidung müsse jetzt getroffen werden.

Während die nordhessischen Träger sich nicht einig sind, äußern sich deren übergeordnete Verbände gemeinsam und positiv zu den Vorschlägen der Schwesternschaft. Generaloberin Gabriele Müller-Stutzer ist die Chefin aller Schwesternschaften, Norbert Södler ist Präsident des DRK-Landesverbandes Hessen. Sie sprechen davon, dass potenzielle strategische Partner qualifizierte Angebote vorgelegt hätten. „Diese Angebote erfüllen grundsätzlich die Kriterien der übergeordneten Verbände für die erforderliche Zustimmung.“ Ein weiterer Gesellschafter würde den Kliniken die Zukunftssicherung ermöglichen, die das Haus verdient. So könnte eine traditionsreiche Klinik weiter bestehen. (Robin Lipke)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.