Kritik an weiterer Verpflichtung von Hans-Bernhard Nordhoff - CDU: Kein Nutzen

Unmut über Kulturberater

Die Grimms in Kassel: Das Denkmal der Brüder Wilhelm und Jacob Grimm auf dem Brüder-Grimm-Platz erinnert an das Wirken der berühmten Sprachforscher und Märchensammler. Die Grimms und ihre künftige Präsentation in Kassel gehören ebenfalls zu den Aufgaben, mit denen Kulturberater Hans-Bernhard Nordhoff betraut wurde. Archivfotos: dpa

Kassel. Die Kritik an der weiteren Verpflichtung von Kulturberater Dr. Hans-Bernhard Nordhoff (63) reißt nicht ab. Der ehemalige Kasseler Kulturreferent und Frankfurter Kulturdezernent soll das Stadtjubiläum 2013 vorbereiten sowie an der Stärkung Kassels als documenta- und Grimm-Standort arbeiten.

Nordhoff war im Februar 2010 von Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD), der seit Ende 2009 gleichzeitig Kulturdezernent ist, zunächst für ein Jahr verpflichtet worden. Für seine Beratungsleistung erhält er 65 000 Euro im Jahr. Umsatz- und Mehrwertsteuer sind darin nicht enthalten. Die Höhe des Honorars entspricht nach Auskunft aus dem Rathaus dem geschätzten Aufwand innerhalb eines Jahres und enthält sämtliche Auslagen wie Reisekosten.

Im politischen Raum sorgt das Thema für Unmut. Die Rede ist von Genossenfilz. „Wir sehen keinen Nutzen“, sagt CDU-Fraktionschef Dr. Norbert Wett über die weitere Verpflichtung Nordhoffs, dessen Qualifikation die CDU in Zweifel zieht. Aus ihrer Sicht reicht ein größeres Stadtfest aus, um das 1100-jährige Bestehen Kassels zu feiern. Es sei auch nicht in Ordnung, sagt Wett, dass Hilgen vor der Kommunalwahl im März eine Vertragsverlängerung anstrebe. „Was ist, wenn die SPD die Wahl verliert?“

Hans-Bernhard Nordhoff

Die Grünen haben Probleme, die Leistung Nordhoffs einzuschätzen. „Ich weiß nicht, was er wirklich tut“, sagt ihr kulturpolitischer Sprecher Dr. Klaus Ostermann. Nordhoff, der eine Beratungsgesellschaft gegründet hat, sei in der Öffentlichkeit nicht sehr präsent. Als Kulturdezernent habe Hilgen mit dem Kulturamt zudem ein sehr professionelles Team an seiner Seite. Die Frage sei, ob er darüber hinaus noch ein Büro zur Beratung brauche.

Die FDP kritisiert mangelnde Transparenz. Es sei nicht klar, welche Aufgaben Nordhoff im Einzelnen habe, sagt Fraktionschef Frank Oberbrunner. „Das macht uns misstrauisch.“ Da er auch auf Kulturveranstaltungen der SPD auftrete, liege der Verdacht nahe, dass er nicht nur für städtische Belange, sondern auch fürs Kulturprogramm der SPD zuständig sei.

Die Stadt und SPD-Fraktionsgeschäftsführer Enrico Schäfer weisen dies zurück. Dass Nordhoff als Parteimitglied an einem SPD-Kulturkongress teilgenommen habe, sei nicht ungewöhnlich, sagt Schäfer. Er berate die SPD aber nicht. Aus dem Rathaus heißt es, es stehe jedem frei, in seiner Freizeit außerhalb vertraglicher Verpflichtungen an Parteiveranstaltungen teilzunehmen. (els)

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