Unschuldig in Haft: Lehrerin legt Revision ein

Horst Arnold

Bielefeld/Kassel. Heidi K., die mit ihrer Aussage den vom Kasseler Landgericht wegen erwiesener Unschuld freigesprochenen Lehrer Horst Arnold fünf Jahre ins Gefängnis gebracht hatte, geht jetzt gegen den Freispruch vor.

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Sie legte Revision ein, sagt ihre Anwältin Susanne Renner am Freitag in Bielefeld, wo Heidi. K. als Studienrätin arbeitet. Sie ist zurzeit krankgeschrieben. Näheres wollte Susanne Renner nicht sagen.

Die Revision muss erst begründet werden, wenn das Urteil schriftlich vorliegt. Das wird einige Wochen dauern. Danach hat man vier Wochen für die Revisions-Begründung Zeit.

Heidi K. hat ihren Kollegen, den Biologielehrer Horst Arnold, beschuldigt, sie vergewaltigt zu haben. Arnold war daraufhin im Jahr 2002 vom Landgericht Darmstadt zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden, obwohl es keine objektiven Beweise gab. Arnold hatte die Tat stets bestritten und die volle Haft abgesessen.

Das Kasseler Landgericht hatte am letzten Dienstag das Urteil aufgehoben. Horst Arnold sei erwiesenermaßen unschuldig, urteilte es. Heidi K. habe dagegen wiederholt gelogen.

Dass sie nun Revision einlegt, empört den Anwalt von Horst Arnold, Hartmut Lierow. Der Anwalt: "Hedi K. ist für das jahrelange Martyrium meines Mandanten verantwortlich. Jetzt schneidet sie ihm weiterhin den Weg in die berufliche und soziale Rehabilitation ab."

Lierow hatte Heidi K. bereits vor über zwei Jahren wegen Freiheitsberaubung angezeigt. Dass sie nun Revision einlegt, sollte sich eines Tages strafverschärfend für sie auswirken, meint der Anwalt.

Eine weitere Folge der Revision: Auf seine Haftentschädigung von rund 38.000 Euro (20 Euro pro Tag im Gefängnis) müsse Horst Arnold nun noch monate- oder jahrelang warten. (tho)

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