Unsere Abgeordneten im Test: Einige geben sich richtig Mühe

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Unser Lockvogel: Annika Trolp verschickte an die 13 Bundes- und Landtagsabgeordneten unserer Region eine Mail mit Fragen zur Gesundheitspolitik. Die Qualität der Antworten war sehr unterschiedlich.

Kassel. Wie bürgernah sind unsere Abgeordneten in Berlin und Wiesbaden? Kümmern sie sich um die Menschen in ihrem Wahlkreis, nehmen sie deren Fragen ernst? In Anlehnung an die Internet-Plattform Abgeordnetenwatch.de fühlten wir den Volksvertretern aus unserer Region auf den Zahn.

So sind wir vorgegangen

Der HNA-Lockvogel war unsere Mitarbeiterin Annika Trolp; sie trat als Privatperson auf. Trolp schickte von ihrer privaten Mail-Adresse folgende Fragen an die Abgeordneten:

• Warum schafft es die Politik nicht, die Zwei-Klassen-Gesellschaft aus gesetzlichen und privaten Krankenkassen abzuschaffen?
• Wie kommt es eigentlich, dass der Pharmaindustrie bislang keinerlei Reformen abverlangt wurden?

Die Mail wurde am 1. August gegen 15 Uhr an die Abgeordneten verschickt. (hog)

Dazu verschickten wir eine Mail mit Fragen zur Gesundheitspolitik an die Politiker. Das Ergebnis reicht von schnellen und informativen Antworten bis hin zum Totalausfall. So kam von dem FDP-Bundestagsabgeordneten Björn Sänger, der neben seiner persönlichen Webseite im Internet gleich in mehreren Netzwerken vertreten ist, keinerlei Antwort.

Sein Parteifreund Helmut von Zech hingegen, der über keine eigene Homepage, sondern nur über eine Mail-Adresse verfügt, überzeugte durch Schnelligkeit und persönliches Engagement. Der Landtagsabgeordnete mailte noch am gleichen Nachmittag. Er rief zurück und erläuterte in einem anderthalbstündigen Gespräch kompetent Hintergründe.

SPD-Bundestagsabgeordneter Ullrich Messmer lieferte mit die beste Antwort: Sie war ausführlich, verständlich, mit vielen Infos versehen. Die Grüne Nicole Maisch fasste sich dagegen kurz und reicherte ihre Antwort durch viele Internet-Links an – auch das ein guter Service. Mechthild Dyckmans (FDP) überzeugte durch Ausführlichkeit. Wolfgang Deckers Antworten kam gleich am übernächsten Tag: keine vorgefertigten Texte, sondern selbst formuliert – sehr hilfreich.

Abgeordnete im Test: So gut beantworteten sie Fragen zur Gesundheitspolitik

Hier geht es zu den Antworten

Die Schnellste war Marjana Schott. Die Linken-Abgeordnete in Wiesbaden antwortete bereits anderthalb Stunden nach Erhalt der Fragen. Kurios: Das Bundesministerium für Gesundheit schickte gleich am nächsten Tag umfassende Antworten; wer der angeschriebenen Abgeordneten dies vermittelt hatte, ließ sich nicht feststellen. Ulrike Gottschalck (SPD) und Brigitte Hofmeyer (SPD) leiteten an andere Stellen weiter, Karin Müller (Grüne) stellte eine Antwort in Aussicht. Schlusslichter waren die Landtagsabgeordneten Uwe Frankenberger (SPD), Timon Gremmels (SPD) und Eva Kühne-Hörmann (CDU). Von allen dreien gab es überhaupt keine Antwort, nicht einmal der Eingang der Mail wurde bestätigt.

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