Personalmangel im Jugendamt

Ärger beim Unterhaltsvorschuss: Alleinerziehende warten vergeblich auf Geld

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Viele Alleinerziehende warten derzeit vergeblich auf ihren Unterhaltsvorschuss, obwohl sie Anspruch darauf haben. (Symbolgrafik)

Kassel. Seit 1. Juli haben deutlich mehr Alleinerziehende Anspruch auf einen sogenannten Unterhaltsvorschuss. Doch viele Betroffene warten zurzeit in Kassel vergeblich.

Der Grund ist Personalmangel im Jugendamt. Der ergibt sich aufgrund der Gesetzesänderung und der darauf folgenden Flut an Anträgen auf Unterhaltsvorschuss. „Für die Bearbeitung der Anträge wurden sechs Stellen zusätzlich beantragt, vier Stellen wurden bislang bewilligt“, sagt Stadtsprecher Michael Schwab.

Hatten in Kassel vor einem Jahr 1592 Kinder laufende Leistungen nach dem Unterhaltsvorschussgesetz erhalten, so sind jetzt noch mal fast tausend Anträge dazugekommen. Seit dem 1. Juli wurden allein in Kassel für insgesamt 2463 Kinder Anträge gestellt. „Die Anspruchsberechtigungen werden aktuell geprüft“, heißt es aus dem Kasseler Rathaus. Das benötige viel Zeit.

Die Gesetzesnovelle soll die Situation von Alleinerziehenden – genauer von ihren Kindern – verbessern. Alleinerziehende können künftig nicht nur bis zum Alter von zwölf Jahren, sondern bis zur Volljährigkeit des Kindes Unterhaltsvorschuss erhalten. Außerdem entfällt die Höchstbezugsdauer von 72 Monaten. Der Staat springt ein, wenn der getrennt lebende Elternteil nicht oder nicht regelmäßig Unterhalt zahlt. Ausgenommen von der Ausweitung auf 18 Jahre sind Kinder von Hartz-IV-Empfängern. Je nach Alter liegen die Sätze zwischen 150 und 268 Euro. Die Kosten dafür teilen sich Bund, Land und Kommunen.

Die Ausgaben für die Leistungen nach dem Unterhaltsvorschussgesetz beliefen sich zum Stichtag 31. Dezember 2016 in Kassel auf drei Mio. Euro (für 1592 Kinder). Hiervon betrug der Anteil der Stadt ein Drittel, 990.000 Euro; jeweils ein Drittel wurde von Bund und Land getragen.

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