Stadtteil erhofft sich Entlastung

Straßenverkehr: Unterneustadt leidet am meisten

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Blick in die Zukunft: So würde die nach Einschätzung der Verkehrsgutachter beste Lösung für den Umbau des Platzes der Deutschen Einheit aussehen. Zu sehen ist der Blick von der Leipziger Straße über den großen Kreisel in Richtung Innenstadt. Auf dem „Überflieger“, den aufgeständerten Fahrbahnen über der Kreuzung, rollt der Verkehr zwischen Dresdener Straße und der Bundesstraße 83 in Richtung Waldau.

Unterneustadt. Ortsvorsteher Joachim Schleißing (Grüne) ist sicher: „Die Unterneustadt ist der Stadtteil, der am stärksten vom Straßenverkehr betroffen ist.“ Deshalb müsse aus der Sicht der Bewohner des Stadtquartiers an der Fulda insbesondere der Autoverkehr gescheit und zukunftsfähig organisiert werden.

Allein mit dem angestrebten Umbau des Platzes der Deutschen Einheit sei es nicht getan, ist Schleißing überzeugt. Und einem Umbau des Großen Kreisels mit einem „Überflieger“ erteilt der Ortsvorsteher eine klare Absage, weil ein solches gigantisches Bauwerk die Unterneustadt insgesamt als Wohnquartier bedrohe.

Der Stadtteil setzt große Hoffnungen auf die Verkehrsentwicklungsplanung bis 2030, die auf der Tagesordnung der Zukunftskonferenz für den Kasseler Osten am kommenden Samstag steht (siehe Hintergrund rechts). Die Wiedergründung der Unterneustadt sei die Initialzündung zur Entwicklung des Kasseler Ostens gewesen, sagt Schleißing.

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Das neu entstandene Wohnquartier auf dem ehemaligen Messeplatz und an der Fulda sei inzwischen ein äußerst beliebter Wohnstandort, „die Nachfrage übersteigt bei Weitem das Angebot“. Dass heute so viele Menschen gern in dem einst problematischen Quartier wohnen wollen, sei Auftrag an die Politik, für einen soliden planerischen Rahmen zur weiteren Entwicklung der Unterneustadt zu sorgen. Wenn der Verkehr noch weiter zunehme, „ist zu befürchten, dass wir nicht nur zerschnitten, sondern filetiert werden“, erklärt der Ortsvorsteher. In Kassel würden Verbesserungen aller Mobilitätsangebote jenseits des motorisierten Individualverkehrs gebraucht, wenn das Wohnen in der Stadt lebenswert bleiben solle. „Wir brauchen eine Mobilität in der Stadt, die den Bewohnern und den Pendlern annehmbare Alternativen anbietet“, fordert Schleißing.

Zwei Areale in der Unterneustadt verdienen aus der Sicht des Ortsvorstehers im Hinblick auf die zukünftige Entwicklung besondere Aufmerksamkeit. Es geht um den Bereich rund um das ehemalige Untersuchungsgefängnis Elwe am Unterneustädter Kirchplatz und dem Pulvermühlenweg. Auf rund 1,2 Hektar Fläche sei hier noch Platz für Wohnen und Arbeiten. Und es geht um das alte Kasseler Hafengelände am Ende der Hafenstraße. Dort gebe es „hochattraktives Bauland“, ist der Ortsvorsteher überzeugt. Und inzwischen ändere sich auch die bisherige Einschätzung, dass die alten Speicher dort nur für eine gewerbliche Nutzung zu gebrauchen seien.

Von Jörg Steinbach

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