Alles voll: Kasseler kauften letztes Grundstück in der Unterneustadt

Gemeinsam in der Unterneustadt aktiv: Die Atelier  30-Architekten (von links) Ole Creutzig und Thomas Fischer haben das Bauprojekt für das letzte freie Grundstück (im Hintergrund) mit Limón-Geschäftsführer Dr. Mark Junge auf den Weg gebracht.

Kassel. Es ist der Schlussstein des ambitionierten Städtebauprojekts an der Fulda:  Zwei junge Kasseler Unternehmen werden das letzte freie Grundstück in der wiedergegründeten Unterneustadt bebauen.

Unterneustadt im Regiowiki

Mit ihrem Ensemble aus drei Bauten setzen die Limón GmbH und das Architekturbüro Atelier 30 gleich neben der Fuldabrücke einen starken städtebaulichen Akzent. Neben dem neuen Firmensitz von Limón entstehen zwei Büro- und Wohnhäuser.

Für die Pläne zeichnet das Kasseler Architekturbüro Atelier 30 verantwortlich, das neben der Limón GmbH auch als Bauherr auftritt. Gebaut wird in mehreren Abschnitten. Für den ersten Bauabschnitt sind vier Millionen Euro vorgesehen. Die Bauarbeiten sollen im Juni beginnen. Das Hauptgebäude wird im Sommer 2013 fertig sein.

Heinz Spangenberg

Damit steht das Städtebauprojekt vor seinem Abschluss, das vor über 15 Jahren mit dem Bau von Stadtvillen an der Sternstraße begann. Private Bauherren und Gesellschaften wie die Wohnstadt, die Vereinigten Wohnstätten 1889 und das Volksheimstättenwerk Frankfurt haben rund 200 Millionen Euro in das Stadtquartier mit seinen 110 Grundstücken investiert. Von den 600 geplanten Wohnungen sind 530 gebaut worden. 1200 Menschen sind in die Unterneustadt gezogen, etwa 400 Arbeitsplätze sind dort entstanden.

Dem ersten Spatenstich war eine jahrelange Planung vorausgegangen. Eine eigens gegründete Projektentwicklungsgesellschaft (PEG) nahm das Projekt in die Hand, das vom Forum Unterneustadt, einem mit Fachleuten, Laien und Politikern besetzten Gremium, kritisch begleitet wurde. Knapp 20 Mio. Euro hat die PEG in Straßen, Plätze und die neue Karl-Branner-Brücke investiert. Finanziert wurde dies mit den Grundstückserlösen und Fördergeld von EU, Bund und Land. Eine Jury begutachtete die Architekturentwürfe potenzieller Bauherren. So sollte sichergestellt werden, dass die städtebaulichen Ziele eingehalten wurden. Der ehrgeizige Anspruch, alle Grundstücke bis zum Jahr 2000 zu vermarkten, konnte indes nicht eingelöst werden.

Dass zwei junge Kasseler Unternehmen das Projekt mit einem anspruchsvollen Bauvorhaben beenden, freut vor allem PEG-Geschäftsführer Heinz Spangenberg, der auch Chef des Stadtplanungsamtes ist. „Ich bin besonders froh, dass wir gerade für das letzte Grundstück so ein tolles Konzept gefunden haben“, sagt er. „Das ist ein wunderbarer Schlussstein.“ Der Stadtplaner zieht eine positive Bilanz. Trotz der Probleme habe es insgesamt eine kontinuierliche Entwicklung gegeben.

Nun ist die Stadt am Zug. Wenn die Neubauten fertig sind, versprach Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) bei der Vorstellung der Baupläne, sollen Straßen und Plätze hergerichtet werden.

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