Sanierungsvarianten vorgestellt

Altlasten: Kasseler Kleingärtner wollen am Standort Fackelteich bleiben

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Der Standort an der B 83 soll nach dem Wunsch des Kleingärtnervereins auf jeden Fall erhalten werden: Unser Bild zeigt die Zufahrt zur Kleingartenanlage Fackelteich von der Lilienthalstraße aus.

Unterneustadt. Die Sanierung der Altlasten im Boden der Kleingartenanlage Fackelteich wird bis zu 24 Millionen Euro kosten. Das geht aus einer nun präsentierten Studie hervor.

„Ich will meinen Garten weiter bewirtschaften!“ – „Fackelteich muss bleiben!“ – Mit Aufschriften wie diesen haben Mitglieder des Kleingärtnervereins (KGV) gegenüber Behörden ihre Forderung nach einer Sanierung der Anlage und Erhalt des Standorts zum Ausdruck gebracht. „Wir sprechen uns für die nachhaltigste Variante der Sanierung aus“, betont Vereinsvorsitzender Michael Zaun. Und er stellt klar: „Ein anderer Standort kommt für uns nicht in Frage.“

Mit „nachhaltigster Sanierung“ meint Zaun die Variante 2a. Sie sieht eine Komplettsanierung durch Aushub des belasteten Bodens bis in zwei Meter Tiefe vor. Alle anderen Varianten wollen nur einen Meter tief gehen (siehe Übersicht).

Volles Haus: Mehr als 300 Pächter und Mitglieder des Kleingärtnervereins waren zur Vorstellung der Studie gekommen.

Welche Möglichkeiten es gibt, die Altlasten – also das Blei und die Kohlenwasserstoffe (siehe Hintergrund) – aus dem Boden der Anlage in der Unterneustadt zu bekommen, haben am Wochenende Vertreter der Stadt Kassel, des Regierungspräsidiums (RP) und der Hessischen Landgesellschaft (HLG) den Mitgliedern erläutert. Mehr als 300 Pächter hörten sich in der Vereinsgaststätte die Vorstellung der von Gutachtern erarbeiteten Machbarkeitsstudie an.

Komplett oder nur in Teilen?

Wie Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) und Peter Wüstemann (Abteilungsleiter Umweltschutz im Umwelt- und Gartenamt) erklärten, sind folgende Sanierungsvarianten vorgesehen:

  • Variante 1 – Teilsanierung, geschätzte Kosten 17,6 Mio. Euro: Nur die unbefestigten und nicht überbauten Flächen werden saniert. Der Boden wird bis in einen Meter Tiefe ausgehoben, abtransportiert und durch unbelasteten Boden ausgetauscht (drei Bauabschnitte, jeweils ein Jahr).
  • Variante 2 – Komplettsanierung, 24,2 Mio. Euro: Die gesamte Fläche wird nach Räumung des Geländes saniert. Der Boden wird bis in einen Meter Tiefe ausgehoben, abtransportiert und durch unbelasteten Boden ausgetauscht (Gesamtbauzeit: zwei Jahre).
  • Variante 2a – Teilsanierung, 18,2 Mio. Euro: Sanierung von 133.000 Quadratmetern durch Aushub des Bodens bis in zwei Meter Tiefe, Ablagerung auf etwa 57.400 Quadratmeter im Norden der Anlage. Die sanierte Fläche wird mit unbelastetem Boden aufgefüllt. Die deponierten Aushubmassen werden entweder überdeckt oder überbaut (Gesamtbauzeit: zwei Jahre). 
  • Variante 3 – Abdeckung, 10,4 Mio. Euro: Nach Räumung wird das Gelände bis einen Meter über Ursprungsniveau abgedeckt, ohne belasteten Boden abzutragen (Bauzeit: ein Jahr).
  • Variante 4 – Aufgabe der Kleingärten, 8 Mio. Euro: Bei Aufgabe der kleingärtnerischen Nutzung wäre nur die Räumung der Fläche und das Aufbringen einer 30-Zentimeter-Deckschicht eventuell plus Zaun erforderlich. Die Kleingärtner müssten eine Alternativfläche erhalten.

Nach Noldas Angaben geht die Studie von insgesamt etwa 3,6 Mio. Euro Entschädigung für die Kleingärtner aus. 2017 soll die Sanierung und die Übernahme der Kosten durch Stadt und Land geklärt werden.

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