Bürgerversammlung in der Unterneustadt - Kritik an Plänen für Kreuzung

Kreiselumbau am Platz der Deutschen Einheit ist Top-Thema

Heiß diskutiert: Der geplante Umbau des Großen Kreisels (Platz der Deutschen Einheit) erhitzt die Gemüter.

Unterneustadt. Der Umbau des Großen Kreisels, die Sicherheit im Straßenverkehr, Parkplatzprobleme, Radwege, Müll und Lärmbelästigung - diese und andere Themen brannten den mehr als 80 Besuchern bei der Bürgerversammlung in der Unterneustadt auf den Nägeln.

Im Willi-Seidel-Haus stand der Magistrat der Stadt Kassel am Mittwochabend den Bürgern zweieinhalb Stunden Rede und Antwort.

Ein Großteil der Fragen bezog sich auf den Umbau des Großen Kreisels. Kritik kam vor allem an der zur Diskussion stehenden Variante: dem Umbau zu einer Kreuzung. „Die Gestaltung des Platzes ist noch völlig offen“, sagte Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne). Sowohl eine Kreuzung als auch eine Kreisel-Lösung stünden weiterhin zur Diskussion. Eine klare Absage erteilte er wie auch Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) der Variante, die B  83 mit einer Brücke über die Leipziger Straße zu führen.

Ein Überdenken dieser Varianten hatte beispielsweise der Unterneustädter Pfarrer Reinhard Natt angeregt. Hilgen: „Das ist schlicht zu teuer, wir können nicht mehr Geld ausgeben, als wir haben.“ Allein die zusätzlichen Planungskosten bezifferte er auf knapp eine Million Euro. Außerdem stünden langfristig auch die Unterhaltungskosten für eine Brücke in keinem Verhältnis zu einer Verbesserung der Verkehrssituation. 23 Millionen Euro würde die Brückenvariante laut Gutachten kosten. Eine Kreuzung ohne Brücke würde 12 Millionen kosten, wovon drei Millionen die Stadt tragen müsste.

Einige Besucher stellten die Notwendigkeit eines Umbaus generell infrage und verwiesen auf die Belastungen für die Bürger, die schon durch den Umbau des Altmarktes hoch seien. Mit mehr als 68 000 Fahrzeugen pro Tag sei der Kreisel eine der am meisten belasteten Straßen in Kassel, sagte Nolda. Eine grundlegende Sanierung sei unumgänglich. Mit einem Baustart sei nicht vor 2019/2020 zu rechnen.

Parkplätze

Weiteres Thema: die Parkplätze im Stadtteil. Durch die Gebührenerhöhung fürs Parken in der Innenstadt wichen viele auf die zum Teil kostenfreien Parkplätze in der Unterneustadt aus. Gerhard Böttcher, ehemaliger Ortsvorsteher, wies auf den Parkplatz Leistersche Wiese am Kreisel hin, wo man für einen Euro am Tag parken kann. Böttcher schlug vor, das Parken dort mit einer Fahrkarte für die Straßenbahn zu kombinieren. KVG-Vorstand Dr. Thorsten Ebert sagte die Prüfung eines solchen Kombitickets zu.

Müll und Ruhestörung

Auch Müll auf der Karl-Branner-Brücke und nächtliche Ruhestörungen auf der Elisabeth-Selbert-Promenade beschäftigten die Bürger. Bürgermeister Jürgen Kaiser riet, solche Vorfälle dem Ordnungsamt (Telefon 787-3061 bis 24 Uhr) und der Polizei zu melden. Denn die Anzahl solcher Meldungen bilde für die Stadt die Handlungsgrundlage.

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