Elwe vor dem Umbau: Arbeiten sollen im Frühjahr beginnen

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Balkone und Grün: So soll der Innenhof des ehemaligen Untersuchungsgefängnisses Elwe nach dem Umbau aussehen.

Kassel. Zimmer statt Zellen: Das ehemalige Untersuchungsgefängnis Elwe an der Leipziger Straße steht vor dem Umbau. Auch ein Hotel ist geplant.

Möglicherweise entsteht neben den geplanten Wohnungen im Hauptgebäude des denkmalgeschützten Komplexes auch noch ein Hotel. Die Elwe-Eigentümer Gotthard Fels und Christopher Posch verhandeln laut Fels zurzeit mit einem Investor aus der Branche.

Sollte es zu einer Einigung kommen, würden statt der geplanten 49 lediglich 24 Wohnungen im alten Zellenflügel entstehen. Das Hotel im Hauptbau würde über 40 Zimmer verfügen. Die Elwe diente nach der Schließung des Gefängnisses während der documenta 13 schon einmal als Hotel, die Gäste logierten in den ehemaligen Zellen. „Es ist schon eine Überlegung wert, noch einmal umzuplanen“, sagt der Baunataler Unternehmer Fels, der in Kassel unter anderem das Karlshospital an der Fulda saniert hat. Ein Brandschutzgutachten gebe es bereits, wegen der begrenzten Zimmerzahl sei ein Hotelbau möglich. Die Entscheidung soll Ende Januar fallen.

Fels und sein aus dem Fernsehen bekannter Geschäftspartner Posch, der seine Anwaltskanzlei inzwischen in das frühere Freigängerhaus an der Hafenstraße verlegt hat, haben die Elwe im Herbst 2012 vom Land Hessen für 570 000 Euro gekauft. Mit ihrer Elwe GmbH wollen sie fünf Millionen Euro in den Umbau investieren – eine Million Euro mehr als ursprünglich veranschlagt.

Denkmalpflege

Die Genehmigung für den Bau der 49 Wohnungen liegt laut Fels nach Absprache mit der Denkmalpflege inzwischen vor. Große Abstriche habe man zum Glück nicht hinnehmen müssen. „Es ist weitestgehend so, wie wir es haben wollten.“ Es gebe auch genügend Kaufinteressenten für die Wohnungen. Der Kaufpreis: um 2500 Euro pro Quadratmeter. Wegen der Abschreibungspläne müssten lediglich noch Abstimmungsgespräche mit der Denkmalpflege in Wiesbaden geführt werden. Investitionen in den Denkmalschutz sind mit steuerlichen Vorteilen verbunden.

Ungeachtet der Verhandlungen über den Hotelbau sollen die Arbeiten im Frühjahr in dem Gebäudeflügel an der Hafenstraße beginnen. Gebaut werden soll in zwei bis drei Abschnitten, die Bauzeit ist mit anderthalb bis zwei Jahren veranschlagt. „Das Gebäude umzubauen, ist sehr aufwändig“, sagt Fels. Allein die dicken Wände – die Außenmauern sind 70 bis 80 Zentimeter stark, die Innenwände 40 bis 50 Zentimeter – sind eine Herausforderung. Um die Fensterausschnitte zu vergrößern, seien Spezialgeräte erforderlich, über die nur zwei Firmen in der Region verfügten. Dies koste pro Fenster allein 1000 Euro. Auch die Türen seien Sonderanfertigungen. „Das war beim Karlshospital von der Planung teilweise einfacher.“

Wegen des enormen Aufwandes und der damit verbundenen Kosten sei die Planung entscheidend. „Man muss gut überlegen, was man macht.“

Von Ellen Schwaab

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