Ortsbeirat stimmt Ausweisung der Blücherstraße zu - Kritik aus den Reihen der Christdemokraten

Feinschliff für die Fahrradstraße

Kassel. Mit einem knappen Beschluss hat der Ortsbeirat Unterneustadt den Schilderplan bestätigt, den Kassels Radverkehrsbeauftragter Gerhard Späth für die Ausweisung der Blücherstraße als Fahrradstraße mitgebracht hatte.

Vier Mitglieder stimmten dafür, drei dagegen, ein Politiker enthielt sich. Damit steht dem Beschluss des Ortsbeirats, die Verkehrsregeln auf dem Abschnitt zwischen Schwimmbadbrücke und Drahtbrücke zu ändern, endgültig nichts mehr im Weg. Der Plan sei, die Beschilderung noch vor dem Hessentag zu aktualisieren, sagte Späth.

Künftig sollen auf der Strecke von den Waldauer Wiesen Radfahrer Vorrang vor Kraftfahrzeugen haben und auch nebeneinander fahren dürfen. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 30 Kilometern pro Stunde. Umbauten sei für die Ausweisung nicht nötig, erklärte Späth. Es würden lediglich neue Schilder und ein Piktogramm auf der Straße benutzt. Die CDU stimmte gegen den Vorschlag und hatte sich zuvor auch schon gegen die Fahrradstraße ausgesprochen. Der stellvertretende Ortsvorsteher Marcus Leitschuh (CDU) erklärte, im Stadtteil gebe es keine Probleme zwischen Autofahrern und Radlern, die spezielle Ausweisung sei deshalb nicht nötig. Zudem zweifelte er die rechtliche Grundlage für die Neueinrichtung an. Die Straßenverkehrsordnung sage, dass eine Einrichtung berechtigt sei, wenn Fahrräder das vorherrschende Verkehrsmittel in einem Bereich seien. Diesen Umstand sah er in der Unterneustadt nicht gegeben. Dem widersprach Gerhard Späth mit den Ergebnissen von zwei Zählungen von April und Oktober 2012.

Nutzer werden gezählt

Im April lagen die Zahlen der Radfahrer knapp unter denen der Autos, im Oktober sei ein Gleichstand erreicht gewesen. Extra habe man nicht die Sommermonate gewählt, um die Zahlen nicht zu hoch anzusetzen. In der warmen Jahreszeit werde die Zahl der Radler im Quartier aber sicher noch steigen. Nach Einrichtung der Fahrradstraße wolle er weiterhin die Nutzer zählen und die Ergebnisse dem Ortsbeirat mitteilen.

Dass der Beirat gespalten in seiner Meinung ist, merkte man an den Kommentaren der Mitglieder. Während sich Ortsvorsteher Joachim Schleißing (Grüne) über den Entwurf freute und Andreas Süßenguth (parteilos) seine Überzeugung ausdrückte, dass durch die Neuausweisung mehr Menschen aufs Rad steigen werden, bezweifelte Edeltraut Schreiber (SPD), dass die Radler den Bürgersteig nicht mehr nutzen werden. Auch Wilfried Leitschuh (CDU) fürchtete weitere Nachteile für Fußgänger. (prs)

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