Fuldaufer in Kassel

Flussbaden erfreut nicht alle: Viel Müll und keine Toiletten an der Fulda

Baden und Sonnen am Fuldaufer wird immer beliebter: An heißen Tagen zieht es viel junges Publikum auf die Wiesen an Kassels Fluss, wie in unserem Bild vom vergangenen Sommer auf der Auedammseite.
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Baden und Sonnen am Fuldaufer wird immer beliebter: An heißen Tagen zieht es viel junges Publikum auf die Wiesen an Kassels Fluss, wie in unserem Bild vom vergangenen Sommer auf der Auedammseite.

Badegäste und Sonnenhungrige zieht es zunehmend an die Ufer der Fulda in Kassel. Dadurch kommt es laut Anliegern zu Müll- und anderen Problemen.

Kassel - Dicht bevölkert von Badegästen und Sonnenhungrigen ist bei heißem Wetter der Wiesenstreifen an der Fulda gegenüber dem Auedamm auf Unterneustädter Seite in Kassel. Das fröhliche Treiben hat aber auch seine unschönen Seiten, wie jetzt im Ortsbeirat Unterneustadt diskutiert wurde.

Dass der Uferweg nach sonnigen Tagen mit jeder Menge sorglos zurückgelassenem Müll übersät ist, gilt schon länger als Problem. Darüber hinaus klagen Anlieger über teilweise scham- und rücksichtsloses Verhalten des zumeist jungen Publikums. Die etwas abgelegene Passage am Fluss werde von etlichen Sonnenanbietern als FKK-Wiese betrachtet, auf der man sich ungeniert in Armlänge vieler Spaziergänger textilfrei rekeln könne, berichtete ein Anwohner.

Hier kommt es zu Problemen: Auf dem etwas abgelegenen Grünstreifen auf Unterneustädter Seite hinterlassen viele Badende Müll und Fäkalien.

Anwohner verärgert über Badende an der Fulda: Fäkalien an viele Stellen

Mit Blick auf viele Familien mit Kindern, die dort vorbeikommen, finde er es nicht in Ordnung, dass Passanten aus nächster Nähe ein Nackten-Defilee abschreiten müssen. Ein größeres Problem aber sei, dass sich Badende in allen Ecken des Wegs und umliegender Grundstücke erleichtern würden. Auch das sei man regelmäßig gezwungen mitanzusehen – und mit den Fäkalien klarzukommen, die an vielen Stellen hinterlassen werden.

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Das ist nicht zuletzt für den Casseler Kanu-Club ein Problem, der dort sein Vereinsgelände hat. Laut dem Vizevorsitzenden Volker Schwarz wird das Areal so regelmäßig als Toilette missbraucht, dass sich der Verein nicht anders zu helfen wisse, als demnächst die Einzäunung des Geländes zu erhöhen.

Ignoriert wird laut Schwarz auch das Betretungsverbot des vereinseigenen, schwimmenden Bootsanlege-Pontons. Der wurde unlängst neu angeschafft und wird von den Badenden ständig robust als Wasserspielgerät strapaziert. Vielleicht müsse der Club seinen Anlieger notgedrungen wieder entfernen, um bei Unfällen nicht in Haftungsprobleme zu kommen.

Stadt diskutiert über offizielle Badestellen an der Fulda

Es gehe nicht darum, den Badenden ihren Spaß verderben zu wollen, unterstrich der Anwohner: „Dass die Menschen sich dort vergnügen, ist ihr gutes Recht.“ Es müsse aber Rücksicht und eine gewisse Infrastruktur geben, wenn die Flusswiese so stark frequentiert sei. Siebert schlug vor, ein mobiles Dixi-WC aufzustellen, um das Pinkler- und Fäkalien-Ärgernis einzudämmen. Ortsbeiratsmitglied Jan Röse von den Grünen verwies auf das städtische Projekt „Stadt am Fluss“, in dessen Rahmen es auch um öffentliche Badestellen an der Fulda gehen solle. Die Situation in der Unterneustadt müsse bei diesen Planungen Berücksichtigung finden und verbessert werden, regte Röse an.

Was die Vermüllung betrifft, gibt es seit Kurzem vor Ort eine Entsorgungsmöglichkeit. In der Vergangenheit hatte es von den Stadtreinigern geheißen, der Uferstreifen könne zwecks regelmäßiger Mülleimerleerung nicht angefahren werden. Nun gibt es zwei Service-Mülltonnen, der Kanu-Club sorgt dafür, dass sie zur Leerung an die Straße gerollt werden. (Axel Schwarz)

Nicht nur Müll und Fäkalien sind ein Problem - das Baden im Fluss kann auch gefährlich sein: Polizei und DLR sehen das Baden in der Fulda kritisch.

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