Ortsbeirat Unterneustadt

Sportanlagen Waldauer Wiesen: Für Fußgänger soll es sicherer werden

Der Lore-Klitsch-Weg in den Waldauer Wiesen, Stadtteil Unterneustadt. Hinten quer die Arndtstraße.
+
Einbahn-Regel: Über dieses Teilstück des Lore-Klitsch-Wegs kürzen etliche Autofahrer verbotswidrig den Rückweg von den Sportanlagen durchs Blücherviertel ab. Die Arndtstraße (hinten) ist in beide Richtungen befahrbar.

In der Unterneustädter Feldmark fühlen sich Spaziergänger zunehmend durch Autos und Radler bedrängt. Der Ortsbeirat dringt auf eine Verbesserung der Verkehrslage.

Kassel - Zwischen Fuldaufer, Sportanlagen und Kleingärten in der Unterneustadt Richtung Waldau kommt es vermehrt zu Verkehrskonflikten, mit denen sich der Ortsbeirat in seiner jüngsten Sitzung befasste. Laut Ortsvorsteherin Kerstin Linne (Die Grünen) haben sich diverse Spaziergänger bei ihr beschwert, die sich durch zu schnell fahrende Autos und Radler bedrängt fühlen.

Der Autoverkehr ist dort zu bestimmten Zeiten beträchtlich. Die Spieler von fünf Fußballklubs mit je mehreren Teams sowie 14 weiteren Betriebssport- und Kickervereinen steuern regelmäßig die Sportplätze an, wenn auch Spaziergänger und Hundebesitzer gern unterwegs sind.

Für die Kraftfahrer gilt eine Einbahnregelung aus Richtung Blücherstraße über den Lore-Klitsch-Weg zum großen Schotterparkplatz des Sportgeländes. Die Abfahrt ist nur über den Waldauer Fußweg als Einbahnstraße in Richtung Kreisel erlaubt. Daran halten sich aber auf dem offenen Feld viele nicht. „Es macht dort jeder, was er will“, klagte eine Besucherin der Sitzung.

Was den Radverkehr betrifft, „haben wir seit einem Jahr eine neue Situation“, schilderte Werner Aßmann (SPD): Die Blücherstraße und in deren Verlängerung die Arndtstraße bis zur Schwimmbadbrücke ist nun Fahrradstraße – mit der Folge, dass Radler sich berechtigt fühlten, kräftig aufs Tempo zu drücken. Dies gefährde insbesondere die Besucher des Freiluftkindergartens Waschbärenbande in diesem Bereich. Das Anlegen von Fußgängerstreifen oder Bremsschwellen als Abhilfe sei auf einer Fahrradstraße aber rechtlich nicht möglich.

Um an dieser Stelle „zumindest die Autos herauszubekommen“, so Aßmann, schlugen die beiden SPD-Vertreter im Ortsbeirat vor,

  • den Einmündungsbereich Arndtstraße in den Lore-Klitsch-Weg mit Pollern oder Natursteinen zu versperren,
  • den hinteren Bereich der Arndtstraße ab der Bebauungsgrenze nur für Anlieger freizugeben, sowie
  • den Autoverkehr von und zu den Sportplätzen und den Kleingärten komplett über den Waldauer Fußweg zu führen und dafür die Einbahnregelung dort aufzuheben.

Karl Schöberl, einer der wenigen Anwohner am Waldauer Fußweg, gab zu bedenken, dass man für diese Variante wohl die schmale Fahrbahn ausbauen müsste: „Dann aber würde dort auch schneller gefahren“, meinte er.

Die Mehrheitsfraktion der Grünen im Ortsbeirat fand die SPD-Überlegungen zu konkret, sah aber ebenfalls Handlungsbedarf. Auch für die zahlreichen Besucher des Gemüse-Selbsterntefeldes nahe dem Sportplatzgebäude müsse es sicherer werden, sagte Ortsvorsteherin Linne.

Auf einen gemeinsamen Antrag einigte man sich nicht. Mit den Stimmen der Grünen fordert der Ortsbeirat nun den Kasseler Magistrat auf, die Verkehrssituation rund um Waldauer Fußweg und Arndtstraße zunächst überprüfen zu lassen und dann Vorschläge zu machen, wie sich das Miteinander im Verkehr dort verbessern ließe. (Axel Schwarz)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.