Gärtnerei aus der Unterneustadt

Gemüsekisten von der Fulda: Kasseler Gärtnerei hat 120 Abonnenten

Gärtnerei Fuldaaue an der Arndtstraße in Kassel Unterneustadt betreibt Solidarische Landwirtschaft (Solawi). Vorn im Bild Mitinhaber Timo Wilmesmeier, im Hintergrund Mitarbeiterin Felice Lagrange.
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Auf dem Weg zum Bio-Betrieb: In der Gärtnerei Fuldaaue an der Arndtstraße gedeihen an die 100 Salat- und Gemüsesorten. Vorn im Bild Mitinhaber Timo Wilmesmeier, im Hintergrund Mitarbeiterin Felice Lagrange.

Die Gärtnerei Fuldaaue in Kassel verfolgt das Prinzip der Solidarischen Landwirtschaft. Mittlerweile holen mehr als 100 Menschen wöchentlich Gemüsekisten mit frischer Ware ab.

Kassel – Auf den fruchtbaren Böden nahe der Fulda in der Unterneustadt in Kassel gedeiht eine üppige Vielfalt von Kräuter-, Salat- und Gemüsesorten, die von Kasseler Haushalten bereits vorbestellt sind. Eineinhalb Jahre nach ihrer Gründung versorgt die Gärtnerei Fuldaaue mittlerweile 120 Abonnenten wöchentlich mit Gemüsekisten, die frisch vom Feld mit ein wenig Überraschungscharakter enthalten, was die Jahreszeit jeweils hergibt.

Solidarische Landwirtschaft – kurz: Solawi – nennt sich das Prinzip, dem sich die Gärtnereigründer Timo Wilmesmeier und Thomas Eickel auf den früheren Flächen der Gärtnerei Metz an der Arndtstraße verschrieben haben. Vor jeder Saison machen sie einen Anbau- und Wirtschaftsplan und rufen im März ihre Kunden zu einer Bieterrunde zusammen. Dabei wird austariert, was jeder geben muss, damit die Gärtner übers Jahr auf ihre Kosten kommen.

Gemüse-Abo kommt an - Rund 81 Euro kostet das im Monat

Bei 81 Euro pro Monat liegt derzeit der Richtpreis fürs Gemüse-Abo. Richtpreis bedeutet: Manche geben beim verdeckten Bieterverfahren mehr, damit sich auch Einkommensschwächere die Sache leisten können. Die Sache trägt sich offenbar: Mit einem Gründerzuschuss hatten die Solawi-Gärtner angefangen. „Das hat und sehr geholfen“, sagt Timo Wilmesmeier. „Jetzt sind wir an dem Punkt, wo wir uns auch einen Lohn auszahlen können.“

Und wo größere Pläne gemacht werden können. Nächstes Jahr wollen die Solawi-Gärtner noch etwas Land in der Nähe hinzupachten, auch zwei zusätzliche Gewächshäuser werden angrenzend an ihr Gelände frei. Ein Gärtner zur Anstellung wird derzeit gesucht, ab 2022 soll die Gärtnerei zudem offiziell Ausbildungsbetrieb werden. Und: „Praktikanten suchen wir immer“, sagt Wilmesmeier. „Bei uns kann man viel lernen, weil wir hier so eine Vielfalt haben.“

Gärtnerei in Kassel bietet über 100 Salat- und Gemüsesorten im Abo

Das stimmt in der Tat. Über 50 Arten Grünzeug, im Einzelnen an die 100 Salat- und Gemüsesorten produziert die Gärtnerei. Auf Beeten, zwischen den Folientunneln und Gewächshäusern ist jede Handbreit Boden genutzt – viel intensiver, als das bei größeren Gemüsebaubetrieben mit Traktor-Einsatz üblich ist. Das geht nur mit weitestgehender Handarbeit, durch eigene Kompostwirtschaft und Gründüngung.

Obwohl dem Boden viel abverlangt wird, entwickelt er sich laut Wilmesmeier immer besser: „Wir sind jetzt im zweiten Umstellungsjahr, ab dem nächsten Jahr werden wir Bio-Betrieb sein.“

Gärtnerei aus Kassel bietet Gemüse-Abo

Das freut die Bezieher der Solawi-Kisten, die in dieser Woche darin Tomaten, Mais, Paprika, Zucchini, Möhren, Rote Bete, Mangold, Pak Choi und Minze vorfinden. Auch Zwiebeln gibt es, die werden aus Platzgründen aber ebenso wie Kartoffeln derzeit noch von einem Partner-Biobetrieb aus der Region bezogen.

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Abgeholt werden können die Kisten beim Bioladen Schmackes an der Erzbergerstraße, in der Nachfüllbar an der Wilhelmshöher Allee, bei einem Mitglied nahe dem Bebelplatz sowie bei der Gärtnerei selbst. Für nächstes Jahr hofft Wilmesmeier, dass die Ernte für 40 bis 60 zusätzliche Kunden reichen wird. Aber auch aktuell gebe es noch Kapazität für einige weitere Gemüsekisten-Bezieher. (Axel Schwarz)

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