Reaktionen auf Umbennungsvorschlag 

Diskussion um Namen der Karl-Branner-Brücke: SPD-Vorschlag wird abgelehnt 

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Schon wieder gibt’s Diskussionen um ihren Namen: die Karl-Branner-Brücke über die Fulda. 

Die Diskussion um den Namen der Karl-Branner-Brücke über der Fulda geht weiter. Der Vorschlag der SPD wird abgelehnt, weitere Parteien bringen neue Vorschläge mit ein. 

CDU, Linke und FDP lehnen die von der Kasseler SPD vorgeschlagene Umbenennung der Karl-Branner-Brücke in „Europabrücke“ ab. CDU und Linke plädieren für „Brücke am Rondell“. Die FDP schlägt eine Benennung des Bauwerks nach dem liberalen ehemaligen Kasseler Oberbürgermeister Erich Koch-Weser vor.

Angesichts der unterschiedlichen Auffassungen bahnt sich in Kassel die nächste politische Kontroverse um die Brücke an. Die wieder aufgeflammte Debatte über die Benennung ist nach Ansicht des CDU-Fraktionsvorsitzenden Dr. Michael von Rüden „kein positives Lehrstück für die junge Generation“. 

Dazu hätte das widersprüchliche Verhalten der Oberbürgermeister Hilgen und Geselle beigetragen. Hilgen sei es vor allem darum gegangen, Branners „überdurchschnittlich hohe Verbindung“ zum NS-System mit den Verdiensten als Oberbürgermeister abzuwägen und eine Verdammung seines Andenkens zu vermeiden. Geselle und die SPD rückten jetzt plötzlich von Branner ab, was aber dem Stadtverordnetenbeschluss vom 20. Juli 2015 widerspreche.

Der Namensvorschlag „Europabrücke“ entbehre nicht einer gewissen Peinlichkeit, meinte von Rüden. Er gleite ins Banale ab und lasse stadtgeschichtliche Bezüge hinter sich. „Brücke am Rondell“ passe besser. Für diesen Namen spricht sich auch die CDU Unterneustadt aus.

Liberale bringen OB ins Spiel 

Die FDP begrüßt die späte Einsicht der SPD, die Karl-Branner-Brücke endlich umbenennen zu wollen. Doch statt Europabrücke solle das Bauwerk nach Erich Koch-Weser benannt werden, sagte FDP-Kreischef Matthias Nölke. Der liberale Koch-Weser war von 1913 bis 1919 Oberbürgermeister von Kassel. 

Danach war er in der Weimarer Republik Reichsinnen- und Justizminister. Später wurde er laut Nölke als Anwalt von den Nazis mit Berufsverbot belegt und musste nach Südamerika fliehen. „Nach diesem Oberbürgermeister ist bisher nichts benannt in Kassel“, betonte Nölke. Man hoffe, die Ortsbeiräte dafür gewinnen zu können. „Brücke am Rondell“ sei ein eher nichtsagender Name.

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Für diesen Namen spricht sich die Kasseler Linke aus. „Wenn die SPD Lehren daraus zieht, sollte sie nun den Ortsbeiräten folgen, die von Anfang an für die Umbenennung in Brücke am Rondell waren“, meinte der Fraktionsvorsitzende Lutz Getzschmann. Die Linke dankte den Historikern. 

Durch den von ihnen angedrohten Rechtsstreit könne die Brücke nun endlich Karl Branner als Namensgeber loswerden. „Mit Europabrücke will sich die SPD nun weißwaschen, um die Mängel in der Aufarbeitung zu übertünchen und das letzte Wort zu behalten“, kritisierte Getzschmann den SPD-Namensvorschlag.  

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