Werkstatt der Elwe für 2,8 Millionen saniert

Kassel: Im früheren Gefängnis gibt‘s jetzt Mittagessen für Schulkinder

Im Gymnastikraum liegt noch der Originalboden aus Elwe-Zeiten: Schulleiterin Kerstin Schwabe-Matic (von links), Hortleiter Nico Knipping und Ortsvorsteherin Kerstin Linne freuen sich, dass Schule, Hort und Verein diesen künftig nutzen können.
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Im Gymnastikraum liegt noch der Originalboden aus Elwe-Zeiten: Schulleiterin Kerstin Schwabe-Matic (von links), Hortleiter Nico Knipping und Ortsvorsteherin Kerstin Linne freuen sich, dass Schule, Hort und Verein diesen künftig nutzen können.

Sandfarbene Wände, bunte Stühle, große Fenster: Behaglich ist die neue Mensa der Unterneustädter Schule, eingerichtet im Werkstatt- und Turnhallengebäude der früheren Justizvollzugsanstalt Elwe.

Kassel – Seit Ende der Herbstferien nutzt die Grundschule die neue Mensa am Pulvermühlenweg. Untergebracht ist sie im Erdgeschoss des Hauses, das in den vergangenen Monaten umgebaut und saniert wurde. Glastüren führen auf die Terrasse, „wo die Kinder im Sommer essen können“, sagt Schulleiterin Kerstin Schwabe-Matic. Entstanden ist dabei ein multifunktionales und - dank Rampe und Aufzug - barrierefreies Gebäude. Die Mensa dient zusätzlich als Bürgerraum. Das Obergeschoss beherbergt einen Gymnastikraum.

Für Stadtbaurat Christof Nolda ist das ein „echtes Zukunftsprojekt“. Er betont: „Die Zukunft muss Multifunktion von Gebäuden sein.“ Nur indem sie von Schulen und der Öffentlichkeit genutzt würden, könne die Stadt ihren Anforderungen gerecht werden. Schuldezernentin Ulrike Gote sieht darin auch eine gute Möglichkeit, Bildungsorte wie Schule und Hort mit dem Stadtteil zu verzahnen.

Die Kosten für Umbau und Sanierung des Gebäudes, das die Stadt gekauft hat, belaufen sich auf rund 2,8 Millionen Euro. Knapp zwei Millionen Euro wurden über Förderprogramme finanziert. Geflossen ist das Geld aus dem Stadtumbau-Programm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ und dem Kommunalen Investitionsprogramm (KIP).

Schulleiterin Schwabe-Matic und die Unterneustädter Ortsvorsteherin Kerstin Linne sind vom Konzept begeistert: Am Vormittag werden die Schüler in der Mensa mit gesundem Essen versorgt, nachmittags ist sie Bürgerraum für Vereine und Ortsbeirat, private und öffentliche Veranstaltungen. „Ein Raum, der uns im Stadtteil gefehlt hat“, sagt Linne.

Barrierefreier Zugang: Schulmensa und Bürgerraum sind auch über eine Rampe zu erreichen, der Gymnastikraum unter dem Dach über einen Aufzug.

Für die Mensa wurde eine Versorgungsküche eingebaut, die nach Schulschluss räumlich abgeschlossen wird. „Eine separate Teeküche steht für die Nutzung als Bürgerraum zur Verfügung“, sagt Hortleiter Nico Knipping. Auch der Awo-Hort nutzt das Gebäude, zum Beispiel den neu hergerichteten Gymnastikraum, der an der Unterneustädter Schule dringend benötigt wurde.

Er erhielt eine neue Be- und Entlüftung, Prallschutzwände und Schallschutz. Der Raum erlaubt keinen Ballsport und den Aufbau großer Geräte, ist aber für den Unterricht an der Grundschule ausreichend. „Künftig erspart er vor allem den Weg der Schüler zur Sporthalle im Wesertor“, sagt Ortsvorsteherin Linne. Zudem profitieren Vereine, die den Gymnastikraum nach Schulschluss nutzen können.

Die Schulleiterin resümiert: „Für die Schule ist es ein großer Gewinn, Mensa und Sport vor Ort zu haben.“ Und die Schuldezernentin ist überzeugt, dass die Kinder sich wohlfühlen werden. Dafür Sorge getragen hat das beauftragte Kasseler Architekturbüro crep D. Architekt Ralf Schnucke freut sich, dass der Umbau der denkmalgeschützten Anlage sogar einige Monate früher fertig sei als geplant. (Von Helga Kristina Kothe)

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