Kasseler Hochbunker: Von der Zuflucht zum Wohnhaus

17 Tonnen am Haken: Das erste herausgesägte Betonstück ist am Freitagmorgen per Kran aus dem Hochbunker Hafenstraße gehoben worden. Bis Herbst 2017 soll der Bunker zum Wohnhaus ausgebaut werden. Davor soll ein Neubau entstehen. Fotos: Fischer

Unterneustadt. Ein neues Zuhause in dicken Mauern: Eine private Grundstücksgemeinschaft baut den Hochbunker Hafenstraße in ein Haus mit sieben Wohneinheiten um.

Die einstige Zuflucht der Unterneustädter im Zweiten Weltkrieg wird ihr neues Zuhause: Mit dem Umbau des Hochbunkers Hafenstraße erfüllen sich Sabine Heid und Detlev Maus den Traum vom ungewöhnlichen und technisch anspruchsvollen Eigenheim. Die Staufenberger sind nicht nur Mitglieder der vierköpfigen privaten Grundstücksgemeinschaft, die vor einem Jahr die Liegenschaft vom Bund erworben hat. Vielmehr wollen sie nach Abschluss der Sanierung auch in den Bunker einziehen - und zwar in das Penthouse.

Die Mauern ihres neuen Zuhauses sind bis zu 1,30 Meter dick, die Decken sogar bis zu 1,80 Meter. Nachdem das Innere des Gebäudes bereits weitgehend entkernt wurde, ist am Freitag damit begonnen worden, die Betonstücke aus der Fassade zu entfernen. Über Stunden hinweg geschnitten mit einer Seilsäge, wurden die bis zu 17 Tonnen schweren Teile mit einem Kran herausgehoben. Die entstehenden Öffnungen sollen für Fenster und Balkone genutzt werden, berichteten Architektin Melanie Besson und und Jens Krug, Diplom-Ingenieur Architektur (Hilke, Krug & Kollegen Architekten und Ingenieure GbR).

Schneidet die tonnenschweren Stücke aus den Betonwänden: Sabine Heid und Detlev Maus mit der Seilsäge.

Vieles machen Sabine Heid und Detlev Maus in Eigenregie - das gilt sogar für das Sägen der Betonstücke. Das Architekturbüro steht der Bauherren-Gemeinschaft zur Seite. Nach ihren Plänen sollen in dem Bunker insgesamt sieben Wohneinheiten entstehen, jeweils zwei rund 90 Quadratmeter große Wohnungen pro Etage plus die 145 Quadratmeter große Penthouse-Wohnung im Dachgeschoss. Ein Aufzug wird die Ebenen verbinden. Im Herbst nächsten Jahres sollen die Räumlichkeiten bezugsfertig sein.

Zu den Investitionskosten will die Grundstücksgemeinschaft keine Angaben machen. Neben der Sanierung des Hochbunkers soll auf dem Grundstück an der Ecke Hafenstraße/Pulvermühlenweg noch ein Neubau errichtet werden. In zwei Obergeschossen sind 16 Wohneinheiten vorgesehen, im Erdgeschoss werden die Räumlichkeiten für eine selbstbestimmte Senioren-Wohngemeinschaft geplant. Der Neubau wird Balkone zum Innenhof und eine Tiefgarage erhalten.

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