Farah Yacoub Sifri ist Helleberg-Vorsitzender

Serie über Kassels Kleingärten: Oasen der Ruhe und Erholung

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Entspannung und Ruhe: Farah Yacoub Sifri ist Vorsitzender des Kleingartenvereins Helleberg am Hafen in der Unterneustadt. Die Zeit in seinem Garten ist für ihn Entspannung.

In Kassel gibt es 5188 Kleingärten. Sie haben zusammen die Fläche von 280 Fußballfeldern. Auf unserem Blog Kassel Live blicken wir in diesem Sommer in die 35 Gartenvereine.

Zum Auftakt stellen wir in der Zeitung Farah Yacoub Sifri vor. Er ist Vorsitzender im Kleingartenverein Helleberg.

Eine große rotlackierte Holzliege zwischen duftenden Rosen lädt zum Entspannen ein. Auf dem gemähten Rasen wartet ein Grill auf laue Sommerabende. „Mein Garten bedeutet für mich Entspannung. Mit einer Tasse Kaffee und meiner Pfeife einfach abschalten und die Gedanken dahinziehen lassen“, schwärmt Farah Yacoub Sifri.

Zur Person

Farah Yacoub Sifri stammt aus Jordanien. Der 73-Jährige kam als Student in den 1960er-Jahren nach Deutschland und hat mittlerweile die deutsche Staatsbürgerschaft. Sifri studierte in Koblenz Maschinenbau, bevor er nach Kassel kam. Dort war er bis zur Rente selbstständig im Nutzfahrzeugverkauf tätig. Er ist verheiratet, hat fünf Kinder und sechs Enkelkinder.

Der 73-Jährige stammt aus Jordanien, hat aber mittlerweile die deutsche Staatsbürgerschaft. Seit 2012 ist er Vorsitzender im Kleingartenverein Helleberg. In den südlichen Ländern gäbe es so etwas wie Kleingärten nicht, erzählt der Rentner. Da setze man sich mit der Familie einfach so ins Grüne, fügt er schmunzelnd an. Aber er weiß das Vereinsleben hier zu schätzen: „Am Helleberg sind wir wie eine große internationale Familie.“ Man unterstütze sich gegenseitig, wenn es nötig sei, und wenn er im Garten von den Nachbarn schon freudig begrüßt werde, dann sei das wie ein Nachhausekommen. Sifri erklärt sich die multikulturellen Strukturen in den Kleingartenvereinen vor allem dadurch, dass es ein sehr günstiges Hobby sei - auch für Menschen mit kleinerem Einkommen erschwinglich. Für viele sei auch ausschlaggebend, dass viele Kleingärten gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden seien.

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Kurz gefragt: Thema Kleingartenvereine

Einen Garten im Kleingartenverein Helleberg hat Sifri seit neun Jahren. Als er noch gearbeitet habe, sei dafür neben der großen Familie einfach keine Zeit gewesen. Nachdem seine fünf Kinder aus dem Haus seien, sei der Kleingarten für ihn zum Hobby geworden. Aber Kinder und Enkel sind häufig mit dabei, auch wenn nicht mehr alle in Kassel wohnen. „Wenn Feiern anstehen, dann wollen alle immer gern zu Papa in den Garten“, sagt er lachend. Besonders gern mag Sifri Rosen und Lavendel. Die meisten Blumen hat allerdings seine Frau Ruth ausgesucht. Sie übernehme die Pflege des Gartens, sagt er. Denn die ehrenamtliche Vorstandsarbeit erfordert jede Menge Zeit. Wenn es im Verein freie Gärten gibt, dann muss Sifri dafür neue Bewerber auswählen. Alle Vereinsmitglieder sind verpflichtet, die Gärten zu pflegen. Wer das nicht macht oder sich nicht an den gemeinschaftlichen Arbeitseinsätzen beteiligt, bekommt eine Verwarnung. Im schlimmsten Fall droht die Kündigung. Gerade der Winter sei für den Vorstand die Hauptarbeitszeit. Dann steht beispielsweise die Jahreshauptversammlung an.

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Im Kasseler Stadtgebiet gibt es 35 Kleingartenvereine, verteilt in allen Stadtteilen. Deshalb werden unsere Kassel-Live-Reporter in den Sommermonaten verstärkt einen Blick in die Gartenanlagen werfen.

In dieser Rubrik wollen wir Menschen zeigen, die uns berichten, was sie am Hobby des Kleingärtnerns besonders reizt, Eindrücke aus dem Vereinsleben liefern und mit den Vorurteilen aufräumen, dass Kleingärtner sich Wettbewerbe um die dicksten Kürbisse liefern.

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