Ortsbeirat sucht nach Ersatz, der Stadtteil aufwertet – Supermarkt wird abgelehnt

Elwe bleibt kalt - Ortsbeirat ratlos

Kassel. Die Mitglieder des Ortsbeirats Unterneustadt sind enttäuscht: Ausschließlich aus den Medien haben sie erfahren, dass die Elwe als Veranstaltungsort stillgelegt wird.

In der HNA-Ausgabe vom 17. Oktober hatte der Unternehmer Gotthard Fels seine Gründe dargelegt: Die Heizkosten sind so hoch, sodass das Konzept wirtschaftlich nicht tragfähig sei. Fels hatte das frühere Untersuchungsgefängnis gemeinsam mit seinem Geschäftspartner, dem Kasseler Rechtsanwalt Christopher Posch, vor einem Jahr erworben. Seitdem wurde es für Veranstaltungen vermietet.

„Es ist sehr schade, dass man das Gespräch mit uns nicht sucht“, sind sich die Kommunalpolitiker einig. Sie hatten Fels zu ihrer jüngsten Sitzung eingeladen – und das nicht zum ersten Mal. „Bisher ist man keiner unserer Einladungen gefolgt“, sagt Ortsvorsteher Joachim Schleißing (Die Grünen). Gerne würde man sich mit den Eigentümern austauschen, wie das Gebäude künftig sinnvoll und für den Stadtteil wertig genutzt werden könne. „Es wäre schön, wenn man sich auch die Ideen des Stadtteils anhören würde“, sagt Jan Röse (Bündnis 90/Grüne).

Zur Diskussion stehen laut Fels zwei Varianten für eine Nutzung. Eine Möglichkeit wäre, dort einen erdgeschossigen Lebensmittelmarkt in den Innenhof zwischen die beiden Seitenflügel zu bauen. Diese Idee findet bei den Mitgliedern des Ortsbeirats keinen Anklang. „Wir brauchen keinen weiteren Vollversorger“, sagt Andreas Süßenguth (parteilos).

Das belegen laut Schleißing auch Einschätzungen der Stadt Kassel und des Zweckverbandes Raum Kassel. „Zudem würde ein weiterer großer Lebensmittelmarkt den kleinen inhabergeführten Geschäften im Quartier schaden“, urteilt Schleißing. Hinzu komme, dass es dafür nicht ausreichend Parkplätze gebe und die Zufahrtsstraßen schon jetzt überlastet seien. Über die zweite Nutzungsvariante ist bisher noch nichts bekannt geworden.

Video: Die Elwe von innen

Der Ortsbeirat wünscht sich ein Konzept, das den Stadtteil aufwertet und weiterentwickelt – so wie es auch das Entwicklungskonzept Kasseler Osten vorsieht. „Es war einmal die Rede von Kunst, Kultur und Begegnungen, von einem Stadtteilzentrum. Was ist aus dieser Idee geworden?“, fragt sich der stellvertretende Ortsvorsteher Marcus Leitschuh (CDU).

Vorstellbar seien auch eine Apotheke, Arztpraxen und Wohnquartiere. „Die Unterneustadt ist ein attraktiver Wohnstandort, der sehr gefragt ist“, sagt Schleißing. Er fordert, dass ein neues Nutzungskonzept in die Rahmenbedingungen passen muss.

Von Helga Kristina Kothe

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