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Kita in Kassel besorgt über rasante Radfahrer an der Arndtstraße

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Von: Bastian Ludwig

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Fordern mehr Sicherheit für Kinder der Kita Waschbärenbande: Katharine Warnke (stellvertretende Leiterin) und Gerhard Apfelbach (Vater). Direkt hinter den beiden befindet sich der Eingang auf das Kita-Gelände.
Fordern mehr Sicherheit für Kinder der Kita Waschbärenbande: Katharine Warnke (stellvertretende Leiterin) und Gerhard Apfelbach (Vater). Direkt hinter den beiden befindet sich der Eingang auf das Kita-Gelände. © Bastian Ludwig

Er ist ein Idyll für Kinder: Der Naturkindergarten Waschbärenbande befindet sich seit vier Jahren in der Unterneustadt an der Fulda. Doch wo dieses Paradies endet, sehen Eltern eine Gefahr.

Unterneustadt - Denn direkt vor deren Eingang verläuft die Arndtstraße, auf der es häufiger zu gefährlichen Begegnungen mit Radfahrern gekommen sei, schildern Kita-Leitung und ein Elternvertreter.

„Hier sind Kampfradler mit E-Bikes unterwegs, die oft zu schnell um die Ecke gefahren kommen“ berichtet Gerhard Apfelbach. Er spreche als „besorgter Vater“. Tatsächlich liegt der Eingang der Kita im Kurvenbereich der als Fahrradstraße ausgewiesenen Arndtstraße, sodass Eltern und Kinder erst relativ spät herannahende Fahrzeuge erkennen. Wer aus dem Kindergarten kommt, steht direkt auf der Radstraße.

Auch Autofahrer hielten sich nicht immer an das vorgeschriebene Tempo 30, so Apfelbach. Wegen der Zufahrt zu der Sportanlage Waldauer Wiesen und der Kleingartenvereine seien dort etliche Fahrzeuge unterwegs. Katharine Warnke, stellvertretende Kita-Leiterin, spricht von einer „kritischen Situation“. Auch wenn es bislang noch keinen Unfall gegeben habe, sei die Sorge davor bei den Eltern schon lange ein Thema.

Die „Achtung Kinder“-Schilder, die die Straßenverkehrsbehörde in beide Fahrtrichtungen im Ein- und Ausgangsbereich des Kindergartens aufgehangen hat, würden nur wenig nutzen. „Die werden oft übersehen, auch weil sie so hoch hängen“, sagt Warnke.

Apfelbach und Warnke sind sich einig, dass Radfahrer und Autofahrer deutlicher auf den Gefahrenbereich hingewiesen werden müssen. Bodenwellen könnten beispielsweise für eine erhöhte Aufmerksamkeit und ein reduziertes Tempo sorgen, finden die beiden.

Denkbar sei auch ein geschützter Bereich vor dem Kita-Eingang, der Fußgängern vorbehalten sei. „Viele unserer Eltern sind radbegeistert, aber trotzdem der Meinung, dass hier etwas passieren muss, bevor es zu einem Unfall kommt“, sagt Warnke.

Ortsvorsteherin Kerstin Linne (Grüne) kennt die Probleme. Aus ihrer Sicht sollte der Kita-Eingang aus dem Kurvenbereich nach vorne oder hinten verlegt werden. Dabei könne die Stadt die Kita bei den erforderlichen Gesprächen mit den Nachbarn unterstützen. Zudem brauche es Parkplätze für Autos und Lastenräder an der Kita, weil einige Familien weiter weg wohnten.

Die Stadt sieht keine Möglichkeit, für zusätzliche Sicherheit zu sorgen. Die Regelungen der Straßenverkehrsordnung seien ausgeschöpft, so ein Rathaussprecher. Es gelte Tempo 30 auf der Fahrradstraße. Das vorhandene Gefahrenzeichen zeige zudem an, dass ganz besonders vorsichtig gefahren werden müsse, jederzeit mit Kindern zu rechnen sei. Wenn Auto- oder Radfahrer dennoch Personen zu spät sehen würden, dann seien sie zu schnell. „Es ist letztlich eine Frage der Rücksichtnahme“, so der Rathaussprecher.

Denkbar seien aber Aktionstage, an denen die Kita in Abstimmung mit dem Straßenverkehrsamt gezielt auf Rad- und Autofahrer zugehe. „Denn es handelt sich gewiss ganz überwiegend um Radler und Autofahrer, die regelmäßig dort lang fahren“, so der Sprecher. Solche Aktionen würden mehr Wirkung zeigen als immer neue Schilder. (Bastian Ludwig)

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