1000 Teilnehmer

Mai-Kundgebung: „Kante gegen AfD zeigen“

Kundgebung auf dem Königsplatz Hier nahmen am Montagvormittag rund 1000 Demonstranten am Tag der Arbeit teil. Foto:  Schachtschneider

Kassel. 1000 Menschen nahmen am Montag an der Mai-Kundgebung auf dem Königsplatz teil. Danach wurde das Maifest an der Drahtbrücke gefeiert.

„Wir werden im Bundestagswahlkampf klare Kante gegen die AfD zeigen“, kündigte Jörg Köhlinger, Bezirksleiter der IG Metall Mitte, am Montagvormittag bei der Maikundgebung auf dem Kasseler Königsplatz an. Zudem erwarte er von allen demokratischen Parteien, dass sie einen engen Schulterschluss gegen die Rechtspopulisten zeigen.

„Im Jahr 2017 die gleichen Parolen zu verkünden wie es vor über 80 Jahren die Nationalsozialisten taten – das ist nicht hinnehmbar“, so Köhlinger, der dieses Jahr bei der Maikundgebung in Kassel Hauptredner war.

Die IG Metall stehe klar und deutlich für die Interessen der abhängig Beschäftigten – und nicht für Positionen des Rassismus, der Ausgrenzung, des Hasses auf andere Menschen. Köhlinger verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass die Demonstration zum 1. Mai in Kassel auf dem Halit-Platz in der Nordstadt gestartet war – benannt nach dem Kasseler Mordopfer der Rechtsextremisten des sogenannten NSU.

Köhlinger kündigte auch ein weiteres Eintreten seiner Gewerkschaft für eine andere Rentenpolitik an. Die IG Metall werde vor und nach der Bundestagswahl für flexible Altersgrenzen streiten, und ebenso gegen die weitere Absenkung des Rentenniveaus. Stattdessen sei eine Erhöhung erforderlich.

Zudem forderte er eine Deckelung bei den Gehältern von Topmanagern. Es könne nicht angehen, dass die „Führungsetagen sich die eigenen Taschen voll machen“, egal ob es einem Unternehmen gut oder schlecht geht, so Köhlinger. Es sei nicht gerecht und nachvollziehbar, dass Topmanager mittlerweile das 57-fache von dem bekämen, was ein durchschnittlicher Arbeitnehmer verdiene.

Rund 1000 Frauen und Männer nahmen an der Kundgebung auf dem Königsplatz teil und demonstrierten für ihre Rechte als Arbeitnehmer. „Adieu, Diktatur der Bosse“, „Hallo, Feierabend“ und „Tschö, Familienfeindlichkeit“ standen auf Schildern von Mitgliedern der IG Metall.

Auch Anhänger der in Deutschland verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK nahmen an der Kundgebung teil. Sie forderten auf ihren Fahnen die Freilassung des PKK-Chefs Abdullah Öcalan, der 1999 in der Türkei wegen Hochverrats, Bildung einer terroristischen Vereinigung, Sprengstoffanschlägen, Raub und Mord verurteilt worden ist.

Nach der Kundgebung zogen die Demonstranten an die Drahtbrücke. Dort feierten etwa 1600 Menschen das Maifest anlässlich des Tags der Arbeit.

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