Letztes freies Grundstück wird bebaut

Nach 20 Jahren Wiederaufbau: Diese Gebäude machen Unterneustadt komplett

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So sieht es auf dem Grundstück aktuell aus: Von links Ole Creutzig und Thomas Fischer vom Büro Atelier 30 sowie Vermarkter Daniel Ortmann. Das Domizil der Planer im Hintergrund steht schon seit 2013.

Kassel. Mit der Bebauung des letzten Grundstücks ab Herbst zwischen Holzmarkt und Fulda wird die Wiedergründungsgeschichte der Unterneustadt nach 20 Jahren ihren Abschluss finden.

An der Leipziger Straße, direkt angrenzend an die Fuldabrücke, soll bis Anfang 2019 ein fünfgeschossiges Büro- und Praxisgebäude entstehen. Dahinter, zum Holzmarkt hin ausgerichtet, ist ein Haus mit 14 Wohneinheiten geplant.

Hinter dem Projekt steht das Architekturbüro Atelier 30, das über eine eigene Projektentwicklungsfirma auch als Bauträger auftritt. Laut Geschäftsführer Thomas Fischer sollen neun Millionen Euro investiert werden. Obwohl die Vermarktung erst in Kürze beginnt, gebe es bereits einige Interessenten sowohl für Wohnungen als auch für Gewerbeflächen, sagte Ole Creutzig, der zweite Atelier-30-Chef.

Markanter Eckpunkt für das wiedergegründete Quartier: Das geplante Büro- und Praxishaus (links im Vordergrund) an der Fuldabrücke wird ein Staffelgeschoss mit weitem Rundblick sowie einen Arkadengang an der Leipziger Straße bekommen.

Das Büro mit gut 30 Mitarbeitern hat seinen Sitz angrenzend an die Baustelle in einem 2013 fertiggestellten Wohn- und Geschäftshaus, das mit den beiden geplanten Gebäuden ein einheitliches Ensemble bilden soll. Ursprünglich war vorgesehen, dass Atelier 30 die Neubauten als Firmensitz für die Kasseler Firma Limón plant und errichtet. Doch in Folge einer strategischen Neuausrichtung des Unternehmens haben sich diese Pläne schließlich zerschlagen.

Nach einer mehrjährigen Hängepartie „hatten wir Anfang 2016 zufällig Wind davon bekommen, dass das Grundstück wieder auf dem Markt angeboten wurde“, berichtete Thomas Fischer. Daraufhin griffen die Planer zu, um das Gelände in eigener Federführung zu entwickeln. Ihre Bauträgerfirma Lofthaus Bau hatten sie bereits gegründet für das erste Haus des Ensembles, das von Atelier 30 teilweise selbst genutzt wird.

„Wäre das Grundstück in andere Hände gegangen, hätte sich das negativ auf unser Gesamtkonzept auswirken können“, sagte Fischer. Nun werde aus einem Guss geplant:

Die drei Einzelbauten bekommen einen gemeinsamen Sockel aus anthrazitfarbenen Klinkerriemchen. Dies wird nicht nur eine optische Verbindung sein: Der begehbare und begrünte Sockel wird laut Atelier 30 als eine Art Terrasse fungieren, die zwischen der Bädergasse und der Leipziger Straße für Fußgänger einen Höhenausgleich schafft.

Blick zum Holzmarkt: In dem zweiten geplanten Neubau auf dem Grundstück sind 14 Eigentumswohnungen vorgesehen.

Autos können von der Wohnquartiersseite her den Sockel unterfahren. Im tiefsten Geschoss des Ensembles sind insgesamt knapp 50 Auto-Stellplätze vorgesehen.

Der Geschäftsbau mit seinen abgerundeten Formen wird zur Leipziger Straße hin einen Arkadengang bekommen, wie es ihn schon am QVC-Haus und dem nächsten Gebäude jenseits des Unterneustädter Kirchplatzes gibt.

Das geplante Wohngebäude wird zum Holzmarkt hin ausgerichtet sein. Die Stadt beabsichtige, diesen idyllischen, jedoch seit langem heruntergekommenen Platz nach Abschluss der Bauarbeiten aufzuwerten, sagte Thomas Fischer.

Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite von Fuldalofts

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