Haus der Jugend

Neuer Treffpunkt für Feste, Spiele und Kultur an der Fuldabrücke

Visualisierung zum geplanten Umbau des Vorplatzes vom Haus der Jugend an der Fulabrücke in Kassel
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So soll es aussehen: Der in die Jahre gekommene Vorplatz vom Haus der Jugend an der Fuldabrücke soll zum Quartiers-Treffpunkt mit vielen Nutzungsmöglichkeiten werden und ab 2022 nutzbar sein.

Die heruntergekommene Freifläche vor dem Haus der Jugend soll noch dieses Jahr neu gestaltet werden. Geplant ist ein Quartiersplatz für alle Stadtteilbewohner der Unterneustadt.

Kassel - Aus der unansehnlichen und teils baufälligen Freifläche vor dem Haus der Jugend an der Fuldabrücke soll noch im Lauf dieses Jahres ein schmucker Stadtplatz mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten werden. Davon soll neben den Jugend- und Vereinsgruppen im Haus die gesamte Öffentlichkeit im Stadtteil Unterneustadt profitieren – etwa für Feste und als Begegnungsort.

In der jüngsten Ortsbeiratssitzung wurden die aktualisierten Planungen vorgestellt. Dabei sind nach Angaben von Stadtbaurat Christof Nolda auch die Wünsche junger Nutzer des Gebäudes eingeflossen: Neben Möglichkeiten zum Basketball- und Tischtennisspiel werde die Platzmitte so gestaltet, dass sie als ebenerdige Bühne nutzbar ist.

Dafür soll auf dem Vorplatz eine feste, geschwungene Abgrenzungswand errichtet werden. Die wird als lange Sitzbank ausgebildet sein, dient als Sichtschutz und schirmt zugleich den Verkehrslärm von der Leipziger Straße her ab. Ein Sonnensegel über diesem Bereich soll bei Hitze für Schatten sorgen.

Der Platz selbst mit den darunter liegenden Kasematten des früheren Kastells, dem historischen Portal und den umfassenden Natursteinmauern an dieser Seite steht unter Denkmalschutz. Somit würden die Grundfläche und die Zugänge des Platzes in bisheriger Form erhalten bleiben, sagte Nolda. Der marode Belag aus Betonplatten hingegen werde im Zuge der Neugestaltung komplett beseitigt und durch hochwertige Platten unterschiedlicher Kantenlängen und Größen ersetzt. Erneuert würden auch die Beleuchtung sowie die Natursteinmauerkrone mitsamt dem dortigen Geländer – „alles unter Berücksichtigung denkmalpflegerischer Aspekte“, so der Standbaurat.

Alle derzeit auf dem Platz stehenden Bäume sollen abhängig von ihrem Gesundheitszustand möglichst erhalten bleiben. Bodendeckende Stauden sowie Lavendel sollten dann als Unterpflanzung hinzukommen. Eine zusätzliche grüne Insel mit integriertem Sitzelement und kleinen Mandelbäumen werde an der südöstlichen Platzecke Richtung Leipziger Straße geschaffen, damit der für Pflanzen schwierige Standort etwas grüner wird.

Die Kosten für die Aufwertung des Vorplatzes schätzt die Stadt auf 400 000 Euro. Dafür solle Städtebau-Fördergeld aus dem Programm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ in Anspruch genommen werden. Die Sanierung soll – abhängig von der Corona-Situation – in der zweiten Hälfte dieses Jahres laufen, sodass der neue Quartiersplatz ab 2022 nutzbar ist.

Hintergrund: Vom historischen Kastell zu Kassels erstem Jugendzentrum

1953 wurde das Haus der Jugend als erstes offenes Jugendzentrum der Stadt Kassel gegründet. Errichtet wurde es an der Stelle, wo seit dem Mittelalter das sogenannte Jägerhaus als Lager der Gerätschaften für herrschaftliche Jagden stand. Landgraf Karl ließ an der Stelle 1686 einen größeren Bau errichten. Dieses Kastell, einst Teil der barocken Stadtbefestigung, wurde später als Magazin, Lazarett, Kaserne und Gefängnis genutzt. Die historischen Gewölbe (Kasematten) unter dem Gebäudehof existieren noch heute.

Das Haus der Jugend stellt kostenlos Räume für die Jugendarbeit, aber auch für Vereine, Organisationen und Initiativen bereit. Zu den Angeboten für Jugendliche gehören Bildungsarbeit, Tanz, Theater, Selbstverteidigung und Austellungen. Außerdem gibt es ein Café mit günstigen Preisen und die Möglichkeiten zur kostenlosen Computernutzung.

Seit 1985 trug das Haus der Jugend an der Fuldabrücke den Namen Willi-Seidel-Haus, nach Kassels erstem Nachkriegs-Oberbürgermeister (Amtszeit 1945-1954). Nachdem Verstrickungen des Juristen und späteren Sozialdemokraten Seidel mit dem Nazi-Regime bekannt geworden waren, wurde die Benennung des Gebäudes nach ihm im Jahr 2015 wieder aufgegeben. (Axel Schwarz)

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