Auf altem Kissler-Gelände

Neues Atelier an der Fulda: Künstler Stephan Balkenhol will bauen

So soll die künftige Bebauung der Blücherstraße 22a aussehen: Der Entwurf sieht ein eingeschossiges Atelier mit Innenhof und ein zweigeschossiges Wohnhaus vor. Um das Gebäude optisch zurückzunehmen, sind eine Verkleidung mit dunkelgrauem Ziegelsichtmauerwerk und begrünte Dächer geplant. Im Hintergrund liegen die Häuser der Blücherstraße. Entwurf: Ladleif Architekten BDA

Unterneustadt. Arbeiten und Leben am Fluss kombiniert mit dem traditionellen Bootsverleih - so soll das Nutzungskonzept der Zukunft für das ehemalige Wassersportzentrum Kissler an der Blücherstraße 22a aussehen.

Der Kasseler Künstler Stephan Balkenhol und seine Frau Kathrin haben das Gelände vor zwei Jahren gekauft. Sie planen dort neben dem Bootsverleih ein eingeschossiges Atelier und ein zweigeschossiges Wohnhaus zu bauen. Dafür ist ein Teilrückbau der alten, baufälligen Bootshallen vorgesehen.

„Die Bebauung wird 200 Quadratmeter kleiner ausfallen als der Bestand“, erläutert Holger Möller vom Planungsbüro BAS in Kassel während der Sitzung des Ortsbeirats Unterneustadt. Geplant seien 225 Quadratmeter Wohnfläche und 740 Quadratmeter Gewerbefläche, davon sind 430 Quadratmeter dem Bootsverleih vorbehalten.

Allerdings wird das Gebäude höher: das Atelier liege 80 Zentimeter über der Firsthöhe des Bestandes, das Wohnhauses etwa 2,70 Meter über der Firsthöhe. Das wird von Anwohnern der Blücherstraße kritisiert: Sie fürchten, dass ihnen der Blick auf die Fulda verbaut wird.

Eine weitere Sorge ist, dass eine Tür zur weiteren Bebauung direkt am Fuldaufer geöffnet würde. Petra Gerhold vom Amt für Stadtplanung der Stadt Kassel verneint dies vehement: „Für das Projekt wird ein vorhabenbezogener Bebauungsplan entwickelt. Es ist nicht der Beginn einer weiteren Bebauung am Fluss.“

Wesentliches Merkmal des Konzeptes ist der Erhalt des Bootsverleihs und der einzigen öffentlichen Slipanlage an der Fulda. Der Bootsverleih Ahoi hat unter Federführung von Kathrin Balkenhol die Saison bereits eröffnet. Mit Aktivitäten wie Ferienspielen möchte sie auch die Bürger im Stadtteil einbinden.

Darüber hinaus soll der Zugang, auch wenn es sich künftig um ein privat genutztes Grundstück handelt, zum Fluss ermöglicht werden. Wie das Wegerecht im Detail aussehen wird, darüber muss laut Gerhold noch verhandelt werden. „Für die Stadt ist das eine einzigartige Chance es zu bekommen.“

Ortsvorsteher Joachim Schleißig (Grüne) sieht das Projekt als Chance, dass auf dem Grundstück etwas Positives für den Stadtteil passiert und sich das Tor zum Fluss wieder öffnet. „Die Alternative ist, dass gar nichts geschieht.“

Dem schließen sich auch Marcus Leitschuh (CDU) und Jan Röse (Grüne) an: „Es gab bereits Investoren, die Wohnbebauung wollten und nicht an die Nachbarschaft gedacht haben, sondern lediglich an den Profit.“

Marianne Naumann-Boucsein (parteilos) lobt das Konzept auch aus ökologischer Sicht, da Flächen entsiegelt würden.

Zurzeit sind 60 Prozent des 4100-Quadratmeter-Grundstücks mit Asphalt und Beton versiegelt. Künftig sollten 15 Prozent mehr begrünt sein, ebenso die Dächer.

Das Konzept geht jetzt in die Bau- und Planungskommission der Stadt. Anregungen und Bedenken der Anwohner sollen laut Gerhold und Möller in diese Phase mitgenommen werden.

Von Helga Kristina Kothe

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