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Neues Quartier am Kasseler Hafen entsteht: Mix aus Wohnen, Arbeiten und Kultur

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Von: Bastian Ludwig

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Aktueller Entwurf für die Hafenstraße 76: Das Areal soll für Wohnen, Arbeiten und Kultur genutzt werden. Attraktiv machen es die Nähe zum Hafenbecken und zur Fulda. Illustration: Bankert, Linker & Hupfeld / foundation 5+ architekten
Aktueller Entwurf für die Hafenstraße 76: Das Areal soll für Wohnen, Arbeiten und Kultur genutzt werden. Attraktiv machen es die Nähe zum Hafenbecken und zur Fulda. © Illustration: Bankert, Linker & Hupfeld / foundation 5+ architekten

Wo sich jetzt noch documenta-Besucher tummeln, sollen in ein paar Jahren Hunderte Menschen wohnen, arbeiten und leben. An der Hafenstraße entwickeln Investoren aus Bremen gemeinsam mit Kasseler Architekten ein Quartier mit Wohnungen, Büros, Gewerbe, Gastronomie und Kultur.

Unterneustadt – Die Planer legen dabei Wert auf soziale Durchmischung und ökologische Aspekte. Dafür nehmen die Bremer einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag in die Hand. Bereits Anfang 2023 sollen die ersten Bauarbeiten für das „Koop Quartier“ losgehen. Nun haben sie ihre Planungen veröffentlicht.

Das Areal an der Hafenstraße neben dem Obi-Markt spielte in der öffentlichen Wahrnehmung jahrzehntelang keine große Rolle mehr. Wo zuletzt die Spedition Reimer ihren Sitz hatte und ursprünglich das Handelsunternehmen Coop residierte, ist mit der documenta übergangsweise neues Leben eingekehrt. Die historische Lagerhalle dient als Ausstellungsstandort. Wenn die Kunstschau ausgezogen ist, geht es auf dem 1,5 Hektar großen Areal – das der Fläche von zwei Fußballfeldern entspricht – erst richtig los.

Die kooperierenden Architekturbüros Foundation 5+ und Bankert, Linker, Hupfeld wollen bis Anfang 2023 Baurecht für das Projekt schaffen. Gestartet wird mit dem Umbau des Gründerzeithauses, das direkt an der Hafenstraße steht. Dieses soll bis 2024 hergerichtet und an ein gemeinschaftliches Wohnprojekt veräußert werden. Auch ein Anbau ist geplant. Alle weiteren Gebäude und Flächen wolle man aber im eigenen Bestand halten, sagt Sebastian Mastalka, der mit seiner Frau Verena Noltenius und Wilken Herzberg das Grundstück vor fast zwei Jahren gekauft hatte. „Wir lieben spannende Immobilienprojekte und waren von der Hafenstraße sofort begeistert“, sagt Mastalka. Auch die Nähe zum Hafenbecken, in dessen Umfeld die Stadt weitere Entwicklungen plant, mache es reizvoll.

Noch ist die documenta Mieterin: Das Haus links soll für gemeinschaftliches Wohnen dienen.
Noch ist die documenta Mieterin: Das Haus links soll für gemeinschaftliches Wohnen dienen. © Pia Malmus

Im zweiten Schritt wird das denkmalgeschützte Lagergebäude hergerichtet, das Karl Wittrock 1929 im Bauhausstil errichtete. Hier sollen Flächen für die Kunst- und Kreativwirtschaft, Manufakturen, Kleingewerbe sowie Büros entstehen. „Es soll Leben in die Bude kommen“, sagt Verena Noltenius. Es gebe bereits Interessenten: Vom Lastenradhersteller bis zur Photovoltaik. Die Investoren freuen sich über weitere Anfragen und Nutzungsideen.

Das angrenzende Verwaltungsgebäude im gründerzeitlichen Stil soll für temporäres Wohnen umgebaut werden. „Es werden keine Luxuslofts entstehen. Wir denken an ein Hostel oder studentisches Wohnen“, sagt Matthias Foitzik von foundation 5+. In weiteren Schritten seien weitere Wohnungen, Betreutes Wohnen und Gastronomie geplant. Damit Verkehrs- und Gewerbelärm aus dem Umfeld nicht so stark ins Quartier dringt, sollen die Gebäude entsprechend angeordnet werden. Dachbegrünungen, neue Bäume und urbane Gärten sollen das Areal attraktiv machen. (Bastian Ludwig)

Kontakt für Interessenten: info@hbju.de

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