Die Unterneustadt feiert das Kasseler Stadtjubiläum vom 24. Mai bis zum 9. Juni

Neugier auf die Nachbarn

Leben am Fluss: In der Unterneustadt spielt die Fulda eine große Rolle. Durch die Bebauung des ehemaligen Messeplatzes ist sie wieder in die Mitte gerückt. Fotos: Schachtschneider / Charterflug Knabe

Unterneustadt. Moderne Architektur an der Fulda und im Untergrund verborgene Geschichte: Die Unterneustadt gehört mit diesem Mix zu einem der spannendsten und zugleich ältesten Kasseler Stadtteile.

Das Leben am Fluss, Gärten und Wiesen - trotz des hohen Verkehrsaufkommens auf der Leipziger Straße bietet der Stadtteil im Kasseler Osten reizvolle Aussichten.

Erste Stadterweiterung

Die „Neustadt“ entstand im 13. Jahrhundert als erste mittelalterliche Stadterweiterung am rechten Fulda-Ufer. Ihren heutigen Namen trägt die Unterneustadt seit Ende des 17. Jahrhunderts. Hochwassermarken an der Ruine der Unterneustädter Mühle erinnern daran, dass der am Fluss gelegene Stadtteil oft unter Wasser stand. Spuren der Vergangenheit weist auch das Willi-Seidel-Haus auf. Das klassizistische Portal ist ein Relikt des Kastells, das im 18. Jahrhundert als Staatsgefängnis entstand. Es hat als solches längst ausgedient.

Ebenso wie die 1876 erbaute Elwe. Das Untersuchungsgefängnis an der Leipziger Straße 11 wurde 2010 geschlossen und verkauft. In dem Gebäude steckt viel Potenzial, seine dauerhafte Nutzung ist aber noch offen. Über 1000 Menschen sind seit der in Fachkreisen viel beachteten Wiedergründung der Unterneustadt in das neue Wohnquartier auf dem ehemaligen Messeplatz gezogen. Über 4000 Menschen leben nun in der Unterneustadt, 653 (16,3 Prozent) haben ausländische Wurzeln. Ganz oben auf der Wunschliste der Stadtteilbewohner steht denn auch ein Treffpunkt zum Austausch. Die Feierlichkeiten zum Stadtjubiläum sollen die Menschen zusammenbringen. Das hoffen zumindest Ortsvorsteher Joachim Schleißing (Grüne) und die ehemalige SPD-Stadtverordnete und Unterneustädterin Monika Junker-John, unter deren Federführung das Programm für den Stadtteil entstand. In der Unterneustadt wird das 1100-jährige Bestehen Kassels vom 24. Mai bis 9. Juni gefeiert.

Bei der Programmzusammenstellung haben sich die Organisatoren an den Farben des Stadtteils orientiert: Grün für die Gärten und Wiesen, Blau für die Fulda und das Leben am Wasser. Es gibt zwei Thementage für die Fulda, einen für die Tierwelt, und unter dem Motto „Lasst viele Blumen blühen!“ gleich mehrere für die Gärten. Stadtteilbewohner und Gäste können sich auf zahlreiche Veranstaltungen und Ausstellungen freuen und auf einen Suppenstar, der gekürt wird. Archivfotos: Koch / nh

Von Ellen Schwaab

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