Neue Pläne nach acht Jahren Leerstand

Neues Grill- und Fischrestaurant in Kassel: Pavillon an der Fuldabrücke wird umgebaut

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Der Umbau ist in vollem Gange: Die beiden Terrassen – hier die Rückseite – sollen eine Wintergarten-Verkleidung bekommen, um den Platz für Restaurantgäste zu vergrößern. Rechts am Bildrand das große Callcenter-Gebäude von QVC.

Kassel. In den denkmalgeschützten Fullepavillon am Holzmarkt in der Unterneustadt soll wieder gastronomisches Leben einziehen: Das kleine Gebäude wird derzeit umgebaut und soll durch Wintergärten vergrößert werden.

Die neuen Betreiber planen ein mediterranes Grill- und Fischrestaurant.

Dass die Terrassen zu beiden Seiten des Pavillons mit Wintergärten verkleidet werden, sei von der Denkmalpflege genehmigt worden, berichten die künftigen Betreiber.

Der Fullepavillon solle ein mediterranes Grill- und Fischrestaurant werden, sagte Aysela Brahovic auf HNA-Anfrage. Die 52-Jährige ist seit 30 Jahren im Gastronomiegeschäft und hat gemeinsam mit ihrem Mann Domenico Apostoli zuletzt bis 2016 das Hotel-Restaurant Roma in Heiligenrode betrieben. Schon länger war das Gastronomenpaar auf der Suche nach einem kleineren Objekt und hatte laut Apostoli bereits seit einiger Zeit den originellen Pavillon nahe der Fuldabrücke im Blick.

Nun hat das Paar grünes Licht für ein Ausbaukonzept bekommen, das Platz für 45 bis 50 Restaurantgäste bieten soll. Brahovic und Apostoli werden den Pavillon auch kaufen; sie sind sich handelseinig geworden mit den Noch-Eigentümern Joachim Rodewald und Christoph Schäfer.

Rodewald bestätigte das auf Anfrage. „Das wird sehr schön werden – klein, aber fein“, sagte er zu den Planungen der Restaurantbetreiber. Der Markthändler aus Kassel gehört dem Verein Reisender Marktkaufleute und Schausteller an, der den Pavillon im Jahr 2002 von der Stadt Kassel übernommen hatte, um darin am früheren Messeplatz sein Büro zu errichten. Der größte Teil des Bauwerks wurde schon damals gastronomisch verpachtet – an die Betreiber eines griechischen Lokals, das sich acht Jahre an dem Standort hielt.

Ebenso lange steht der um 1955 errichtete Pavillon nun schon leer, mittlerweile eingekesselt vom massigen QVC-Callcenter und weiteren Neubauten. Zwischendurch hatte es gelegentlich kurzzeitige Vermietungen an studentische Kunstprojekte gegeben, zuletzt während der documenta im vergangenen Jahr.

So sah er früher aus: Noch ohne umliegende Bebauung zeigt dieses Bild aus dem Jahr 2002 den Pavillon von der Leipziger Straße aus. Kurze Zeit später wurde das Gebäude erstmals grundlegend saniert.

Rodewald hat damit nach eigenen Angaben „sehr schlechte Erfahrungen gemacht“; er spricht von einem „Schweinestall“, den die Nutzer hinterlassen hätten: „Ich war da wohl etwas zu gutmütig.“ Solchen Miet-Ärger will er sich künftig nicht mehr zumuten und freut sich über die Zukunft des denkmalgeschützten Häuschens als Restaurant.

Der zweigeschossige Pavillon ist größer, als es von außen den Anschein hat. Im Untergeschoss befinden sich allerdings fürs umliegende Wohnquartier auch Stromverteiler-Räume, zu denen nur die Städtischen Werke Zugang haben.

Auch für die direkte Umgebung des Fullepavillons soll es bald eine Aufwertung geben: Die Stadt Kassel plant, die angrenzende, heruntergekommene Grünfläche des Holzmarkts neu und schön herzurichten, wenn die Bauarbeiten in der Umgebung abgeschlossen sind.

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