Brückenbau ist vom Tisch

So gut wie besiegelt: Platz der Deutschen Einheit wird Kreuzung

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Verkehrsknotenpunkt in Kassel: Nicht nur der Autoverkehr frequentiert den großen Kreisel täglich stark. Auch Busse und Bahnen haben hier ihre Haltestellen.

Der Große Kreisel soll zu einer Kreuzung mit Ampeln umgebaut werden. Die Ausschreibung für erste Planungen wollen die Stadtverordneten in ihrer Sitzung am 20. Juli beschließen.

Im rot-grünen Magistrat herrscht Einigkeit darüber, dass der diskutierte Brückenbau, mit dem die Verkehrsströme an dem stark belasteten Knotenpunkt getrennt werden sollten, nicht mehr verfolgt wird.

Der Platz der Deutschen Einheit (Großer Kreisel) ist marode und mit 68.500 Autos pro Tag eine der am stärksten befahrenen Kreuzungen der Stadt. Die Polizei zählt dort jährlich etwa 125 Unfälle. Daher wird ein Umbau seit Jahren gefordert.

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Nun hat sich der Magistrat auf eine Variante verständigt. Aus dem Kreisverkehr soll eine Kreuzung werden. Die Fußgängerunterführung soll verschwinden, Fußgänger sollen oberirdisch die Kreuzung queren. Die Baukosten sind mit zwölf Millionen Euro veranschlagt. Nach Abzug der Förderung müsste die Stadt drei Millionen Euro tragen. Der Baustart steht erst fest, wenn die ersten Planungen abgeschlossen sind. Der Bau einer Brücke, mit der die B 83 über die Leipziger Straße geführt werden sollte, ist wegen der hohen Kosten vom Tisch. Von der Stadt beauftragte Gutachter schätzten diese auf 23 Millionen Euro.

Diese Experten von der Ingenieurgesellschaft Brilon Bondzio Weiser waren aber auch zu dem Schluss gekommen, dass der Bau einer Brücke die größte Verkehrsentlastung bringt. Aus Sicht des Magistrats rechtfertigt diese Verbesserung nicht die deutlich höheren Kosten. Zumal die Prognose der Gutachter nur bis 2025 reiche. Ab 2025 werde sich durch den demografischen Wandel auch Kassels Einwohnerzahl reduzieren und damit auch der Verkehr. Dies entspreche Berechnungen des Statistischen Landesamtes. Der Erhalt des Kreisels und dessen Sanierung war von Experten abgelehnt worden. Der ADAC hält mehrspurige Kreisel für unzeitgemäß.

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