Auch Ersatzfläche in Wolfsanger ist belastet

Schon wieder Schadstoffe im Boden: Kleingartenverein Fackelteich muss neues Umzugsgelände suchen

Das Kleingartengelände Fackelteich in Kassel Unterneustadt. Rechts im Bild die Bundesstraße B 83 / Nürnberger Straße.
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Gartenfreunde müssen umziehen: Die Kleingartenanlage Fackelteich an der B 83 in der Unterneustadt gilt seit 2016 als schadstoffbelastet. Das Gelände mit 270 verpachteten Parzellen soll brach gelegt werden.

Der Kleingartenverein Fackelteich muss seine Umzugspläne ändern: Auch das vorgesehene Ersatzgelände am nordöstlichen Stadtrand ist mit Schadstoffen im Boden belastet.

Unterneustadt/Wolfsanger – Schon wieder Schadstoffe im Boden: Ein negativer Untersuchungsbefund hat die Umzugspläne des Kleingartenvereins Fackelteich von der Unterneustadt nach Wolfsanger erst einmal zurückgeworfen.

Die 270 Gartenpächter müssen ihre bisherigen Parzellen wegen des belasteten Bodens verlassen. Das steht schon seit 2016 fest. Ursache ist eine Müllkippe, die die Stadt Kassel dort bis etwa 1930 betrieben hat. Das Fackelteich-Gelände entlang der B 83, eines der größten im Stadtgebiet, soll brach gelegt werden. Die angrenzenden Kleingartenvereine Waldauer Wiesen und Schwanenwiese sind nicht betroffen.

Für den Verein Fackelteich hatte die Stadt lange nach einem alternativen Standort gesucht. Die Anforderung: 50 Parzellen sollen zum Start geschaffen werden, mit der Möglichkeit der Erweiterung auf 150 Gärten. In Abstimmung mit dem Verein war die Stadt schließlich Ende 2019 auf ein Gelände am Höheweg in Wolfsanger gekommen.

Um dieses Gebiet in Wolfsanger geht es:

Doch bei einer Bodenuntersuchung haben Experten festgestellt, dass auch die von den Gärtnern favorisierte Fläche südlich des Reiterhofs teilweise mit Blei, Cadmium sowie Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) belastet ist. Die Werte seien nicht dramatisch, erläuterte der städtische Umwelt-Abteilungsleiter Peter Wüstemann gegenüber der HNA. Da aber in Kleingärten häufig Kinder spielen, seien die rechtlichen Hürden hoch für eine Ausweisung als Gartengelände. Nur maximal 35 bis 40 Parzellen wären auf dem Areal möglich – zu wenig für die Fackelteich-Gärtner.

Nolda: Stadt überrascht von Untersuchungsbefunden

Für die Stadt seien die Ergebnisse überraschend, sagte Stadtbaurat Christof Nolda. Recherchen zur Geschichte des Geländes hätten zuvor keinen Verdacht in diese Richtung ergeben. Die Stadt wolle aber jegliches Risiko für die Gartenfreunde ausschließen und arbeite weiter mit ihnen an einer Lösung.

Die Umzugspläne der Kleingärtner werden in der Unterneustadt von einem Projektbeirat begleitet, der sich vor kurzem mit den Untersuchungsergebnissen befasst hat. Demnach können sich die Gärtner nun auch vorstellen, auf ein anderes Gelände in Wolfsanger zwischen Höheweg und Grenzweg umzuziehen. Dieses wird zurzeit landwirtschaftlich genutzt und soll nun ebenfalls untersucht werden, sobald die Getreideernte im Spätsommer vorüber ist.

„Wir hoffen, dass sich auf dem etwa 14 Hektar großen Areal unbelastete Teilflächen in einer Größenordnung finden, die die gewünschte Parzellenzahl der Kleingärtner ermöglicht“, sagte Nolda. Etwa zum kommenden Jahreswechsel werde feststehen, ob das möglich sein wird.

Gärtnern auf Altgelände noch bis 2021 möglich

Inzwischen arbeiten Stadt und Land laut Nolda weiter am Sanierungsplan für die Fackelteich-Altfläche. Eine gärtnerische Nutzung werde dort „unter Einhaltung der bekannten Empfehlungen von Regierungspräsidium und Gesundheitsamts voraussichtlich noch bis 2021 möglich sein“, teilt die Stadt mit.

Wie es dann für den Verein weitergeht, weiß dessen Vorsitzender Michael Zaun derzeit nicht zu sagen. Er hofft erst einmal darauf, dass die erneuten Untersuchungen für ein Ausweichgelände positiv ausfallen. „Wir werden bei der Stadt darauf drängen, dass so schnell wie möglich ein Bebauungsplan erstellt und die Infrastruktur für eine neue Kleingartenanlage geschaffen wird.“

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