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Gärternei Fuldaaue baut Scheune aus documenta-Resten

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Von: Bastian Ludwig

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Sie wollen aus documenta-Holz eine Scheune bauen: Timo Wilmesmeier (von links), David Plewnia, Paulina Krohn, Dennis Hilberg und Thomas Eickel.
Sie wollen aus documenta-Holz eine Scheune bauen: Timo Wilmesmeier (von links), David Plewnia, Paulina Krohn, Dennis Hilberg und Thomas Eickel. © Bastian Ludwig

Die vor drei Jahren von einer Gruppe junger Leute gegründete Bio-Gärtnerei Fuldaaue in der Unterneustadt blüht und gedeiht. Um weiter wachsen zu können, soll auf dem Areal zwischen Arndtstraße und Fulda eine Scheune gebaut werden.

Kassel - Das für das Projekt benötigte Holz besteht zu großen Teilen aus Resten von documenta-Bauten und lagert bereits auf dem Gelände. Nun soll mithilfe der Crowdfunding-Plattform Startnext.com Geld für die Finanzierung des Bauvorhabens zusammenkommen. Wer sich großzügig finanziell einbringt, bekommt dafür etwa ein „Dinner auf dem Acker“ mit Gemüse der Gärtnerei geboten.

Als Kooperationspartner der documenta 15 hat die Gärtnerei sich die ehemalige Rampe am documenta-Standort Hafenstraße und die hölzernen Stege des Luftbades am Hiroshima-Ufer abbauen dürfen. Damit war die Grundlage für die Scheune gelegt. Wo bislang ein Foliengewächshaus stand, soll bald die 180 Quadratmeter große Scheune stehen. Die Absprachen mit dem Bauamt liefen bereits, sagt Timo Wilmesmeier, der gemeinsam mit Thomas Eickel den Betrieb mit insgesamt sieben Mitarbeitern leitet.

Die Scheune soll der Lagerung und der Weiterverarbeitung von Gemüse dienen. „90 000 Euro wird das Projekt ungefähr kosten, weil wir auch noch Holz zukaufen müssen“, sagt Eickel. Das Gebäude solle nicht auf klassischen Betonfundamenten, sondern auf bodenschonenden Schraubfundamenten errichtet werden.

Die Scheune wird benötigt, um die Gärtnerei, die nach dem Prinzip der Solidarischen Landwirtschaft arbeitet, weiterzuentwickeln. Bislang gibt es kein Gebäude auf der 0,7 Hektar großen Fläche. Das Gemüse wird draußen gewaschen und in einem Folientunnel gepackt. Anschließend wird es ausgeliefert. Die aktuell 170 Mitglieder werden einmal wöchentlich mit Gemüse versorgt, das zu 80 Prozent aus der Fuldaaue kommt. Nur 20 Prozent werden regional zugekauft. In der Scheune sollen eine Gemüse-Waschstraße, Kühlungsmöglichkeiten und eine Packstation entstehen.

In zwei Wochen sind bislang 3600 Euro über Startnext zusammengekommen. Die Kampagne läuft aber noch bis Ende Januar. Mindestens 15 000 Euro müssen es sein, damit das Projekt realisiert werden kann. Als Dankeschön für Unterstützer erhalten diese Blühmischungen, Jungpflanzen, ein Menü im Restaurant Mondi mit Gemüse aus der Fuldaaue oder eben ein Dinner direkt auf dem Areal der Gärtnerei.

Wer Interesse hat, sich von der Gärtnerei beliefern zu lassen, kann für jeweils ein Jahr Mitglied in der Solidarischen Landwirtschaft werden. Am 28. Februar 2023 findet ab 18 Uhr in der Hafenstraße 17 die nächste Bieterrunde statt. Bei dem Termin können Interessenten Gebote für eine wöchentliche Gemüselieferung abgeben. Der Richtwert liegt bei 94 Euro. Dieser muss im Schnitt aller Mitglieder erreicht werden, um den Betrieb zu finanzieren. Jeder dürfe aber nach seinen finanziellen Möglichkeiten bieten, sagt Wilmesmeier. (Bastian Ludwig)

Info: gaertnerei-fuldaaue.de

startnext.com/solawi- gaertnerei-fuldaaue

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