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Streit um Waldauer Fußweg: Ortsbeirat will Weg stärker für Autoverkehr öffnen

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Von: Bastian Ludwig

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Ortsbeirat Unterneustadt ist mehrheitlich für eine Sperrung für Autos: Der Lore-Klitsch Weg, der jüngst saniert wurde, zweigt von der Fahrradstraße Arndtstraße ab und führt zum Sportplatz Waldauer Wiesen.
Ortsbeirat Unterneustadt ist mehrheitlich für eine Sperrung für Autos: Der Lore-Klitsch Weg, der jüngst saniert wurde, zweigt von der Fahrradstraße Arndtstraße ab und führt zum Sportplatz Waldauer Wiesen. © Pia Malmus

Die einen hoffen auf weniger Durchgangsverkehr im Blücherviertel, die anderen fürchten eine Verlagerung des Problems. Nach einer turbulenten und von Anfeindungen geprägten Sitzung hat der Ortsbeirat Unterneustadt mehrheitlich für eine Sperrung des Lore-Klitsch-Weges für Autos und für eine Öffnung des Waldauer Fußweges als durchgehend befahrbare Einbahnstraße gestimmt.

Unterneustadt - Mit der Entscheidung des Ortsbeirates Unterneustadt wurde – trotz Kritik von Anwohnern und des Ortsbeirates Waldau – ein gleichlautender Beschluss vom April bestätigt.

Die Unterneustädter Ortsbeiratsmitglieder von SPD und CDU halten eine Sperrung des Lore-Klitsch-Weges nach Abwägung aller Vor- und Nachteile für geboten. Denn bislang seien bei Sportveranstaltungen auf den Waldauer Wiesen bis zu 300 Autos auf der Arndtstraße im Blücherviertel unterwegs, um von dort über den Lore-Klitsch-Weg zum Sportplatz zu gelangen. „Die Arndstraße ist eine Fahrradstraße, da haben Radfahrer absoluten Vorrang“, so Ralph Osken (CDU). Nur durch eine Sperrung lasse sich der Durchgangsverkehr unterbinden. Dies sorge dann auch für mehr Sicherheit vor der Kita Waschbärenbande an der Arndtstraße.

Waldauer Fußweg
Das ist der Vorschlag des Ortsbeirates Unterneustadt: Das Gremium will den Weg als Einbahnstraße für den Autoverkehr öffnen. © HNA-Grafik

Damit die Sportler und Kleingärtner weiter zu den Waldauer Wiesen gelangen, soll im Gegenzug der Waldauer Fußweg aus Richtung des Buga-Geländes als Einbahnstraße geöffnet werden. Bisher sorgen Betonkübel dafür, dass der Waldauer Fußweg von der Buga zum Großen Kreisel nicht durchgehend mit Autos befahrbar ist.

Die Kübel seien 1998 aus gutem Grund aufgestellt worden, um den Durchgangsverkehr zu unterbinden, wie Karl-Heinz Emmeluth, langjähriger Vorsitzender des Kleingartenvereins Waldauer Wiesen, dem Gremium beschrieb. Der Kleingärtner berichtete, dass der Waldauer Fußweg damals ein stark frequentierter Schleichweg gewesen sei, um Staus auf der parallel verlaufenden B 83 zu umgehen oder den Verkehr im Großen Kreisel zu meiden. „Wenn der Waldauer Fußweg freigegeben wird, ist das eine Katastrophe“, so Emmeluth. Er sieht eine Gefahr für die Kleingärtner und die dort spielenden Kinder. Ähnlich sieht es Anwohner Karl Schöberl, der am Waldauer Fußweg wohnt.

Ortsbeiratsmitglied Jan Röse (Grüne) rechnet auch für andere Bereiche der Unterneustadt mit Problemen. Der Verkehr, der dann über den Waldauer Fußweg rolle, sorge auch für mehr Verkehr auf dem Unterneustädter Kirchplatz. Röse stimmte mit den drei weiteren grünen Mitgliedern gegen das Vorhaben. Die Grünen wurden aber von CDU, SPD und den Parteilosen überstimmt.

Der in der Sitzung anwesende Leiter des Kasseler Straßenverkehrsamtes, Georg Förster, stellte klar, dass beide Varianten Vor- und Nachteile hätten. Weil auch Waldau von mehr Durchgangsverkehr bei einer Öffnung des Waldauer Fußweges betroffen wäre, empfahl Förster Gespräche der beiden Ortsbeiräte. „Sie sollten das bilateral klären und nicht über die Presse“, so Förster.

Die Stadt wird die unterschiedlichen Forderungen bewerten. Förster ließ nicht durchblicken, zu welcher Lösung er persönlich neigt. (Bastian Ludwig)

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