Unterneustadt: Gelbe Fußabdrücke helfen Schulkindern

Gelbe Füße zeigen den sicheren Schulweg: Aleksandra (vorne von links), Maja, Silja, Zuzanna, Armin, Vanessa und Lukas haben gemeinsam mit Gunther Burfeind von der Roten Rübe (hinten von links), Ortsvorsteher Joachim Schleißing und Constanze Richter, Leiterin des Horts Unterneustadt, die Symbole auf die Gehwege gesprüht. Fotos: Kothe

Kassel. Aleksandra, Maja und Vanessa finden es „klasse“, mit den klackernden Spraydosen zu hantieren, die Schablonen auf den Gehweg zu legen und drauf los zu sprühen. Alles für einen sicheren Schulweg.

Damit nichts von der Straßenmarkierungsfarbe auf die Kleidung kommt, sind sie in weiße Schutzanzüge gehüllt. In Windeseile entstehen so große gelbe Fußspuren, die den Kindern der Unterneustädter Schule zeigen, wo der sichere Schulweg zwischen den beiden Standorten der Unterneustädter Schule lang führt.

Er führt vom Schulgebäude an der Leipziger Straße entlang der Hafenstraße und der Hafenbrücke in die Ysenburgstraße. „Jeder Überweg und jede Ampelkreuzung dort ist mit diesen Piktogrammen markiert“, sagt Constanze Richter, Leiterin des Horts Unterneustadt. Sie hatte die Idee zu diesem Projekt, das sie gemeinsam mit Gunther Burfeind vom Verein für mobile Kinder- und Jugendsozialarbeit Rote Rübe und ihren Hortkindern nach den Herbstferien umgesetzt hat.

Der Schulweg wird von den Kindern viel genutzt. „Zum Beispiel, wenn sie vom Standort Leipziger Straße zur Turnhalle in die Ysenburgstraße gehen“, sagt Richter. Es ist ein Weg, der mit vielen Gefahren gepflastert ist, die ihnen Angst machen. Das dokumentierte sie zusammen mit den Hortkindern Anfang des Jahres auch in einem Film.

Auf der Leipziger Straße und der Hafenbrücke herrscht starker Verkehr. Viele Autos und Lastwagen sind zu schnell unterwegs. „Für die Kinder ist das Überqueren ein Abenteuer“, sagt Richter. Nicht besser sei die Situation auf der Hafenstraße: Auch hier werde mit zu hohem Tempo gefahren und parkende Autos versperrten die Sicht. Bereits für den Film hatten sich die Kinder Gedanken über Lösungen gemacht.

Die Piktogramme auf den Gehwegen waren eine davon. Neben diesem Schulweg soll es bis Dezember auch vor vielen Kinder- und Jugendeinrichtungen wie dem Hafenspielplatz, dem Kinderbauernhof und dem Hafen 17 Piktrogramme geben, die alle Verkehrsteilnehmer auf Kinder aufmerksam machen.

Die Piktogramme in blau, rot und gelb symbolisieren zwei Schulkinder: Lotta und Fred. Sie wurden von Constanze Richter entwickelt. Auch auf der Hafenbrücke sind sie zu sehen: „Dort sollen sie den Kindern zeigen, dass sie Abstand zu den Autos halten müssen. Und sie sollen Radfahrer darauf aufmerksam machen, dass hier auch Kinder unterwegs sind“, erläutert sie.

Ortsvorsteher Joachim Schleißing (Grüne) freut sich über das Engagement, das er gerne unterstützt: „Es ist ein wichtiger Schritt, das Sicherheitsempfinden der Kinder zu stärken. Und es ist ein erster Schritt für mehr Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum.“ Nun sei es erforderlich, dass die Stadt auch baulich für mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer sorge.

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